To Ol – Yule Mælk Rhum Edition (2020) (Dänemark)

To Ol - Yule Mælk Rhum Edition

To Ol – Yule Mælk Rhum Edition

Review: #245 (27.11.2020)

Leichte Umdisposition, eigentlich wollte ich mit Julian Biere tasten, aber es kam etwas dazwischen, von daher packe ich dann das Yule Mælk an. Ein paar Hintergrundinformationen zur Brauerei gibt es auf dem Link.

Ansonsten bleibt nur zu sagen, dass es sich um eine modifizierte Variante ihres Yule Mælk handelt. Das ist für To Ol selbst ihr klassischer Weihnachtsgenuss, quasi ihr Weihnachtsfavorit, den sie dann noch extra einer Fassreifung unterzogen, wobei das so auch nicht stimmt, denn man tränkte Eichenchips in Rhum, ließ diese sich mit dem Rhum vollsaugen und reifte dann auf diesen Eichenchips. Eine Möglichkeit, die ich bisher nicht als allzu gut befunden habe, aber eventuell überzeugt mich das Bier mehr. Beim Alkohol tut sich nichts, er bleibt auf konstanten 15% und man pumpte das Bier noch mit Laktose auf. Oder wie sie selbst so schön sagen, sie stopften das Bier mit Laktose wie eine Foie Gras.

Der Ersteller war definitiv besoffen angetrunken oder Ahnungslos, denn a) heißt das Bier nicht Yule MALT, sondern eben Yule Mælk und b) hat es nicht 15%, wie es die Standardflasche hat, sondern es gibt 17,1% für die Zunge.

Infos:
Alkoholgehalt: 17,1%
IBU: –
Inhalt: 0,375 l

kcal: 450
Herkunft: Dänemark

Etikett/Aussehen:

Das typisch gelbe Gewand erhält dieses Etikett, allerdings wird nicht in typischer To Ol Manier mit Großbuchstaben und viel freiem Platz gearbeitet, sondern vorne steht immer Yule Mælk, dazwischen sind schon Sonderzeichen, aber auch danach folgen Sonderzeichen, zum Ende hin steht Rhum Barrel Aged und so verläuft es von unten nach oben in Pyramidenform, nur ohne Spitze.

Zutaten:

  • Laktose

Geruch/Aromen:

Kraftvolle Aromen treten den Nasenflügeln gegenüber. Ein betörender Geruch tritt aus dem Glas heraus, schwer süß, Kaffee, geröstetes Malz und auf einmal bekommt man ein Holzbrett über den Schädel gezogen. Da kommt eine ordentliche Portion an Holz, Fassaromen, allem voran aber kommt karibisches Feeling auf, denn es steht Rum in der Nase und das massiv. Ich bilde mir ja schon hier ein, dass der Rhum nicht wie typischer Rum riecht. Die Erklärung macht mich nicht schlauer, aber es ist anders.

Geschmack:

Im Geschmack bestätigt sich die Nase. Das Bier hat einen super schweren, kräftigen, vollen, öligen und cremigen Körper, davon kann man in der Nase zumindest durch den schweren und kräftigen Geruch erste Eindrücke sammeln. Wie Sirup ist der Körper ebenfalls, schwer wie ein Rotwein. Ein starker Anfang würde man meinen. Im Geschmack erzeugt das Bier dann ebenfalls eine gewaltige Explosion am Gaumen, aber ich möchte an dieser Stelle einwerfen, dass es nicht viele Geschmacksnoten zu bieten hat.

Die schwere Süße aus der Nase taucht mit dem ersten Schluck auf und schon mit dem ersten Schluck weiß man ebenfalls, dass dieser Bier ein Sipper ist, welches man am Kamin genießen sollte. Geröstetes Malz ist vorhanden und damit ist der Einstieg komplett. Der süße Geschmack ist deutlich ausgeprägt, da wird das Malz quasi von überrollt. Da schwingt eine zuckrige Note mit, diese könnte man Rohrzucker oder braunem Zucker zuordnen.

Danach schmecke ich zwar noch für einen kurzen Augenblick Kaffee und Zartbitterschokolade, aber plötzlich fegt ein Tsunami mit Rhumgeschmack über die Zunge und zerschellt an meiner Speiseröhre. Wir sind im Mittelteil und der Rhum fegt sprichwörtlich über alles hinweg. Da ist auf jeden Fall auf einmal die Karibik zu schmecken, ich bilde mir ein, getrocknete Früchte zu schmecken, aber eben mit diesem Karibikeinschlag. Die Geschmacksaromen sind massiv, unfassbar starke Holz- und Fassaromen sind zu schmecken, obwohl man das Bier nur auf Eichenchips reifte.

Würde ich die Augen schließen, dann würde ich mich wohl nicht an einem kalten, nebligen Novembertag wiederfinden, sondern wäre auf einer einsamen Insel in der Karibik, nicht notgedrungen mit Hitze verbunden, aber strahlende Sonne, kristallklares, blaues Wasser und Gekreische von Möwen wecken mich gedankenverloren auf. In der Ferne sehe ich einen Fischkutter einsam am Horizont und natürlich habe ich ein eisgekühltes Yule Mælk in der Hand… Ja, findet den Fehler in dieser Traumblase, aber schwer habe ich es euch nicht gemacht. (Tip: Wo soll ich hier einfach so ein eisgekühltes Bier herbekommen? :D)

Meine Güte, so ein Geschmackserlebnis hatte ich noch nie bei einem BA Rum Bier. Ich kann sogar behaupten, nicht viele anständige Biere mit Rumfassreifung getrunken zu haben, bzw. fällt mir nicht ein Bier spontan ein. Das stellt für mich einen Gamechanger dar und verändert meine Sichtweise doch beträchtlich auf Bier mit Reifung auf Holzchips oder Rumfassreifung.

Der Alkohol macht gar keine Anstalten sich mit 17,1% zu verstecken, ich glaube, man möchte das einfach zeigen und nicht einbinden. Als kleinen Querverweis ziehe ich den Biercocktail (Dunkelziffer) von Wittorfer heran. Wo mir dieses Bier in den Sinn kommt, dachte ich auch, dass ich ein gleichwertiges Bier im Glas hatte, aber dort trickste man herum und es war ein Biercocktail, der weniger mit einem Bier zu tun hatte, als eben doch mit einem Cuba Libre. Das Yule Mælk Rhum hat Anklänge davon, dennoch weitaus mehr von einem Bier.

Durch den Rhum erhält das Bier Geschmack von Gewürzen, vielleicht gab man welche hinzu und erwähnte diese nicht, denn es war die Sprache von Weihnachtsbieren und die Skandinavier lassen mal ganz gerne Zutaten unter dem Teppich verschwinden. Es würde mich nicht wundern, wenn dem Bier Gewürze hinzugefügt worden sind, aber ich könnte mir das ebenfalls gut durch den Rhum vorstellen.

Ihr glaubt das nicht, wie intensiv dieser Geschmack ist und wie stark der Rhum zu schmecken ist. Vom Alkohol geht auch eine schärfliche Note aus, alles nicht negativ auffallend.

Mit der Zeit tauchen weiterhin noch Aromen auf. Lustig, denn beim ersten Schluck dachte ich, dass dieses Bier gar nicht so komplex sei, aber das war eine Fehleinschätzung.

Häufig habe ich ja Probleme mit der Vanille und genau hier kann ich keine finden, dafür tauchen noch Karamell und Lakritze auf. Ja, leicht rauchig wird es gegen Ende noch.

Ich finde, dass es zum Ende hin nicht nur sehr trocken wird, sondern die Bitterkeit kämpft mit einem letzten Aufbäumen gegen die Süße an und schafft dies meiner Meinung nach sogar. Der Alkohol blendet mit einem leichten Brennen aus. Der Nachgeschmack hält Bitterkeit, Rhum, Trockenfrüchte, Würze, Trockenheit und erneut Kaffee bereit. Es fällt mir leicht, das Yule Mælk Rhum als kompromisslos abzustempeln. Kanten und Ecken bekommt man zur Genüge.

Mit den 4.18 bin ich auf untappd unzufrieden, da ich eins der besten rumfassgereiften Biere erhielt, aber das wird dem ein oder anderen zu viel sein. Sorry, wenn ich das so grob ausdrücke, aber mir war gerade einfach danach. Vielleicht ist das auch eine abfällige Meinung über die untappd Jünger, die man trotzdem wertungsfrei ansehen sollte. Mir erschließt sich das nur so häufig einfach nicht, auch wenn ich es bei diesem Bier noch ansatzweise nachvollziehen kann… Mir bot sich für 12 Euro ein wahres Spektakel, ein Feuerwerk auf der Zunge / dem Gaumen und das alles noch im bezahlbaren Rahmen. Ich habe mich für 12 Euro entertaint gefühlt!

Krone:

Erstaunlich war ca. 1 cm eine Krone mit von der Partie, aber die 17,1% sollten schnell siegen.

Beer Of The Week (Unicorn vs Yule Mælk Rhum):

Ganz klarer Sieg für Yule.

Bewertung auf
ratebeer: 99 Punkte 4.00/5 Punkte
untappd: 4.18/5 Sterne


Hallo, wir sind

Die Crafter

Zwei Kollegen aus Lübeck probieren sich durch verschiedenste Sorten Craft Beer und bewerten diese nachvollziehbar und ohne großen Schnickschnack.
Ehrlich, echt, typisch norddeutsch.


Flaschenpreis: 11,95 €

Unsere Bewertung

  • Aroma:
  • Aussehen:
  • Geschmack:
  • Preis/Leistung:
  • Gesamt:

Ich würde dieses Bier wieder kaufen: Ja

Begründung:

starke Geschichte, 4.3 4.35 für mich


Empfiehl uns gerne weiter!

2 Kommentare zu „To Ol – Yule Mælk Rhum Edition (2020) (Dänemark)

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