Borg Brugghus – Surtur Nr. 61 (2019) (Island)

Borg Brugghus - Surtur Nr. 61

Borg Brugghus – Surtur Nr. 61

Von Holland nehmen wir uns eine kurze Verschnaufpause und mit dem heutigen (01.11.2019) Bier gehen wir wieder in eine etwas kältere Region. Dieses Mal reisen wir in das wunderschöne Island (Reykjavik). Aus Island hatte ich bisher  nur diverse Biere der Brauerei Einstök. Den Start wird das Surtur Imperial Stout Nr. 61 machen. In der Pipeline haben wir noch das Garun Icelandic Stout Nr. 19.3. Mit Borg Brugghus habe ich bisher also keine Erfahrungen gemacht, allerdings lockten mich beide Biere.

Gegründet wurde die Brauerei 2010 und man setzte sich das Ziel, Bier mit isländischen Kulturmerkmalen und lokalen Zutaten zu brauen. Die Brauerei selbst hat schon zahlreiche Auszeichnungen bei bekannten und einflussreichen Wettbewerben auf der ganzen Welt erhalten. Auf folgendem Link erhaltet ihr mal die gesamte Liste der Biere: Ihr Bier.

Auf diesem Link könnt Ihr euch ein Bild über die Braumeister (Arni, Hlynur und Sturlaugur) machen.

Gebraut wurde das Bier übrigens für das traditionelle isländische Mittwinterfest, welches am 21. Dezember stattfindet. In der Übersetzung steht auch noch, dass es teilweise in Rye Whisky- und Bourbon-Fässern gereift wurde. Da bin ich mir nun eher unsicher, da dies zumindest nicht auf der Flasche vermerkt wurde und was soll überhaupt teilweise bedeuten? Manche Chargen schon und manche nicht? Eine Frage, auf die ich wohl keine Antwort erhalten werde…

Infos:
Alkoholgehalt: 12,1 %
IBU: –
Inhalt: 0,33 l

Kcal: 363
Herkunft:  Island

Etikett/Aussehen:

Beim Label ist man sehr geordnet und minimalistisch an die Geschichte herangegangen. Beim Surtur bekommt einfach einen schwarzen Hintergrund, ein paar weiße Linien und SU RTUR NR. 61 springt einem prägend in die Augen. Joa, ich würde mal sagen es ist okay – ein wenig mehr Mühe kann man sich schon geben, aber wenn das Bier stimmt, dann juckt das auch keinen mehr. Wobei, müssen sie sich wirklich mehr Mühe geben? Betrachtet man es objektiv, bekommt man die Randnotizen die man benötigt, es wird einfach auf ein buntes / kreatives Etikett verzichtet.

Zutaten:

  • Gunnars Donuts (isländische traditionelle Donuts)
  • Zucker
  • Vanille

Geruch/Aromen:

Die Nase macht es mir heute nicht sonderlich leicht. Viele und kräftige Noten zeigt das Bier zunächst nicht. Ich würde es einfach nur auf Süße/Zucker, Molasse und Kakao eingrenzen wollen. Ich für meinen Teil finde das immer schon ein schlechtes Zeichen, aber es muss nicht immer etwas bedeuten.

Geschmack:

Selbstverständlich bildet geröstetes Malz und Süße den Grundstein, man kann es sich bei einem Stout aber auch einfach nicht wegdenken. Tatsächlich ist hier die Molasse wiederzufinden. Der Körper ist voll, sirupartig, ölig. Ich denke mir, dass dieses Bier mit weiterer Erwärmung an Süße zunehmen wird. Die Donuts haben ihre Süße hier im vollen Umfang abgegeben. Doch was gibt es neben der Süße und dem Sirup noch?

Eine gute Frage… Ich finde zu der Süße gesellt sich schnell der Gegenpart von Bitterkeit und hier ist es wirklich fast zu 100% ausbalanciert, was ich finde sehr selten ist. Der Start möchte einem noch etwas anderes suggerieren, aber die Balance ist toll vorhanden. Als Pastry Stout dürfte sich diese Bier trotzdem schimpfen lassen.

Dazu kommt im Geschmack die Schokolade, die zuerst von der Milchschokolade zur Zartbitterschokolade übergeht. Danach wird dieser Geschmack allerdings durch Kaffee ersetzt. Das Bier hat eine leichte bis mittlere Röstigkeit.

Jetzt möchte ich die „teilweise“ Fassreifung ansprechen. Der eine möchte starke Vanille finden und ein anderer findet sie halt irgendwo. Joa, einen Hauch schmecke ich davon auch, aber was ich viel mehr schmecke ist eine Würzigkeit und diese Würzigkeit schreibe ich in diesem Fall dem Roggen zu. Es soll ja in Roggenwhiskey und Bourbon gereift worden sein… Zumindest ein Teil oder teilweise oder… Ach, ich finde diese Beschreibung, Umschreibung, Übersetzung oder Erwähnung einfach total unnötig. Wurde es nun gereift oder nicht? Oder was wurde gereift? Ich finde es alleine schon ziemlich lächerlich, dass man auf der hauseigenen Seite kaum bis gar nichts über dieses Bier erfährt. Ist das Taktik? Soll das Marketing sein? Genius Move? Sorry, ich will jetzt in keinen Rant verfallen, aber ich finde das einfach nur ziemlich schade, weil ich es beim besten Willen nicht verstehe. Es wird im Übrigen sogar nur auf Untappd erwähnt – nicht einmal auf der Flasche selbst findet man dazu einen Hinweis. Ich kann mir da einfach nicht helfen, entweder man ist nicht von seinem Bier/Produkt überzeugt, man möchte mit dem reinen Geschmack überzeugen oder oder oder…

Aber wisst ihr was? Mir gefällt das Bier richtig gut. Es ist kein übertrieben komplexes Bier, aber einfach ein verdammt gutes und leckeres Stück.

In dieser kurzen Wutrede habe ich den Faden verloren. JA, den Roggenwhiskey möchte ich hier wirklich ausfindig machen, der Bourbon bleibt mir leider verborgen. Es sind auch keine typischen Anzeichen dafür vorhanden. Die Vanille wurde dem Bier sowieso hinzugefügt und das Bier wird zwar leicht trocken, hält sich dieses Mal aber doch in Grenzen und selbst wenn, dann würde ich das erneut dem Roggenwhiskey zuschreiben. Für 12,1% merkt man geschmacklich wenig vom Alkohol, aber im Kopf gibt es einen „Gun Blast“ von Lennox (Lewis). Wohlige Wärme strömt schon nach kurzer Zeit durch den Körper.

Insgesamt kein komplexes, aber trotzdem leckeres Vergnügen. Solltet ihr diese Flasche im Urlaub auf Island oder sonstwo ergattern können, dann schlagt zu.

Krone:

Der Kopf fehlte schlichtweg.

Bewertung auf
ratebeer: –
untappd: 4.21/5 Sterne


Hallo, wir sind

Die Crafter

Zwei Kollegen aus Lübeck probieren sich durch verschiedenste Sorten Craft Beer und bewerten diese nachvollziehbar und ohne großen Schnickschnack.
Ehrlich, echt, typisch norddeutsch.


Flaschenpreis: 5,39 €

Unsere Bewertung

  • Aroma:
  • Aussehen:
  • Geschmack:
  • Preis/Leistung:
  • Gesamt:

Ich würde dieses Bier wieder kaufen: Ja

Begründung:

4,25 weil eine 4,5 zu hoch gegriffen wäre.


Empfiehl uns gerne weiter!

1 Kommentar zu „Borg Brugghus – Surtur Nr. 61 (2019) (Island)

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