Trilha – Gorilla P├ę de Moleque (Brasilien)

Trilha – Gorilla P├ę de Moleque

Review: #283 (22.07.2021)

Nach einem hin und her bleibe ich direkt in Brasilien, obwohl ich ein anderes Bier zuerst vorstellen wollte. Von Trilha hatte ich bisher zwei Biere, wovon ich eins vorgestellt habe und das war das Pao De Mel, welches ein grandioses Bier sein sollte. Ich werde in den n├Ąchsten Wochen sogar noch ein Bier von Trilha hochladen und diese geh├Âren beide der Gorilla Serie an. Das Pe De Moleque ist den traditionellen brasilianischen Erdnussbonbons als Inspiration nachempfunden. Hier wurden Erdn├╝sse zerhackt und dem Bier hinzugef├╝gt.

Auf den ├╝blichen Portalen las ich diverse Male Snickers in Reinform. Ich mag Erdn├╝sse sowieso und Snickers auch, von daher sollte sich mein Geschmack grunds├Ątzlich angesprochen f├╝hlen. Ich glaube, dass alle Gorilla Biere ein Russian Imperial Stout darstellen.

Infos:
Alkoholgehalt: 12%
IBU: –
Inhalt: 0,5 l

Batch: Lot 02
Herkunft: Brasilien

 

Zutaten:

  • Erdn├╝sse
  • Lactose

Geruch/Aromen:

So einen Duft hatte ich noch nie in der Nase. So ein Erlebnis ist aber auch mal ganz sch├Ân, gerade wenn man das Gef├╝hl hat, jede Woche die gleichen Aromen in der Nase und im Geschmack niederzuschreiben. Dabei schmeckt ja jedes Bier, welches ich probiere ,trotzdem total unterschiedlich, aber das k├Ânnt ihr auch erst wissen, wenn ihr dasselbe Bier auch probiert habt.

Ja, was gibt es geruchlich nun? Es riecht erstmal S├╝├č, von Bonbons m├Âchte ich gar nicht sprechen, aber es riecht s├╝├č, r├Âstig, malzig und ich finde auch nach Kaffee. Danach findet man aber sehr schnell und sehr eindeutig die ger├Âsteten Erdn├╝sse. Ob diese ├╝berhaupt ger├Âstet wurden, steht nirgendwo, aber davon gehe ich geruchlich jetzt einfach mal davon aus. Wenn ich auf Teufel komm raus noch etwas beschreiben sollte, dann ist es Karamell und Schokolade. Wie ein Snickers riecht es aber nicht, daf├╝r riecht es doch zu eigen oder anders, was mir vorher so noch nicht untergekommen ist.

Geschmack/Aussehen:

Wat ein Schlamm (sprichw├Ârtlich) der sich da ins Glas ergie├čt. Von Trilha bin ich es schon gew├Âhnt, dass man das Filtrieren noch nicht kennt oder auch gar nicht m├Âchte. Der Rand wird aber direkt eingesaut und von oben kann man die Restbest├Ąnde, von den zerhackten Erdn├╝ssen (nicht st├╝ckig) ganz deutlich sehen. Ein richtig „dreckiges“ Bier, wenn man es ganz genau nehmen m├Âchte. Oder besser gesagt: „Ein richtiger Messi im Glas“. Ich bin sogar der Meinung, dass diese einen ├Âligen Film und kleine Fettaugen auf der Oberfl├Ąche hinterlassen.

Messi, aber nicht der Fussballspieler

Ich sag es mal so, diese Pr├Ąsentation wird nicht jedermanns Sache sein, aber ich pers├Ânlich empfinde es nun nicht als derma├čen absto├čend oder un├Ąsthetisch oder welches Wort man daf├╝r noch so nutzen m├Âchte. Eine Krone m├Âchte sich dabei gar nicht erst bilden. Lustigerweise sehe ich auf untappd ein Foto, wo es locker 2-3 cm Schaum gibt. Ich habe mir am Anfang nur die H├Ąlfte langsam eingesch├╝ttet, ich werde die zweite H├Ąlfte mal kr├Ąftig und schnell hineinkippen.

Der K├Ârper sieht sehr sirupartig aus oder wie Motor├Âl, ├Âlig, schwer, viskos und voll. Ein gewisse Cremigkeit w├╝rde ich dem Pe De Moleque andichten wollen, bei den Zutaten wird davon nichts geschrieben. Ansonsten bekommt man einen richtig kr├Ąftigen und vollen Geschmack geboten.

Geschmacklich erh├Ąlt man dann am Ende auch kein Snickers, aber es dreht sich in diesem Bier alles um die Erdnuss. Der erste Schluck bietet einem S├╝├če und sch├Ân ger├Âstetes Malz.

Dann geht alles ganz schnell und man findet sich im Mittelteil wieder. Hier dreht es sich dann von Beginn an um die Nuss. Da tauchen im Geschmack wirklich Tonnen von ger├Âsteten, gesalzenen Erdn├╝ssen auf, wobei die salzige Note nicht sofort zu schmecken ist, aber man nimmt sie relativ schnell wahr. Beachtlich und lecker ist es, zumindest wenn man Erdn├╝sse mag. Zu der Erdnuss gesellen sich die Aromen von Kaffee und Zartbitterschokolade, denn das Bier wird zwar nicht stark bitter, aber eine Bitterkeit macht sich dennoch bemerkbar. Doch, insgesamt macht sich so ein Charakter von Bonbons im Mund breit und eine leichte Karamellnote d├╝st herum. Die S├╝├če und Bitterkeit halten sich beide sehr lange in Schach, bis am Ende die Bitterkeit ├╝bernehmen darf.

Von den 12% kann man absolut gar nichts feststellen, au├čer man trinkt dieses gef├Ąhrliche Teufelszeug zu schnell. Vielleicht bin ich da ein wenig zu voreilig… Ich w├╝rde minimal ein leichtes Brennen feststellen wollen. Dieses leichte Brennen erinnert mich an etwas und ich w├╝rde hier fast Zimt nennen wollen. Da ich nun nicht mit brasilianischen Erdnussbonbons vertraut bin, kenne ich keine Geschmacksnoten dazu, aber mir kommt es so vor, als h├Ątte man Zimt hinzugef├╝gt. Warum? Es ist nicht nur dieses leichte Brennen, sondern ich bilde mir ein Zimt zu schmecken, dazu ist das Bier auch gut mit Gew├╝rzen aufgepeppt worden, so w├╝rde ich es zumindest geschmacklich beschreiben wollen oder immerhin w├╝rde ich eine W├╝rzigkeit nennen. Das Bier wird zum Ende hin auch ausgepr├Ągt trocken, was mich in meiner Mutma├čung nur unterst├╝tzen w├╝rde.

Das Ende bietet zwar nichts neues, fasst aber den gesamten Geschmack erneut gut zusammen, hier treffen eigentlich alle genannten Aromen noch einmal aufeinander. Trocken und mit Bitterkeit versehen, fadet das Pe De Moleque aus und mal wieder finde ich, dass ich ein geiles Bier von Trilha trinken durfte.

Auf jeden Fall handelt es sich um ein spannendes Bier, was mal ganz anders im Geschmack in Erscheinung tritt und wor├╝ber man sich als Craftbiertrinker und auch als Nerd dar├╝ber freut, weil es man erfrischend anders schmeckt und aus den ├╝blichen Gefilden ausbricht. Genau so ein Bier ist der Grund, warum ich weiterhin immer neue Biere testen m├Âchte.

Es ist ein Geschmack der mich tendenziell sehr angesprochen hat, wenn mir mal S├╝├čigkeiten aus Brasilien ├╝ber den Weg laufen, dann werde ich dabei zuschlagen.

Bewertung auf
ratebeer: auf rate ist nichts zu finden
untappd: 4.3/5 Sterne

mein Score: 4.3 – 4.35


Hallo, wir sind

Die Crafter

Zwei Kollegen aus L├╝beck probieren sich durch verschiedenste Sorten Craft Beer und bewerten diese nachvollziehbar und ohne gro├čen Schnickschnack.
Ehrlich, echt, typisch norddeutsch.


Flaschenpreis: 9,95 ÔéČ

Unsere Bewertung

  • Aroma:
  • Aussehen:
  • Geschmack:
  • Preis/Leistung:
  • Gesamt:

Ich w├╝rde dieses Bier wieder kaufen: Ja


Empfiehl uns gerne weiter!

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