P├╝haste – Impetus Noir (2019) (Estland)

P├╝haste - Impetus Noir (2019)

P├╝haste – Impetus Noir (2019)

Wir werden es heute (24.04.2020) mit dem Impetus Noir zu tun bekommen. Hier werdet ihr ein paar Infos ├╝ber die Brauerei finden und k├Ânnt euch, falls ihr Bock habt, noch die Review zum Trinity in Black BA durchlesen. Das Impetus Noir ist ein Imperial Stout BA Bourbon (Heaven Hill, keine Angabe der Dauer), welches mit zwei unterschiedlichen Zimtsorten (Cassia und Ceylon) eingebraut wurde und es stammt aus der Silver Series. Was gibt es da nun f├╝r einen Unterschied, gibt es ├╝berhaupt einen und woher kommt der Zimt?

Erstmal sind beides die bedeutendsten Zimtsorten. Kommt der Ceylon aber aus Sri-Lanka, stammt der Cassiazimt aus China. Dabei unterscheiden sich diese beiden Zimtsorten nicht nur im Aroma, sondern auch im Aussehen und im Preis. Ceylonzimt ist teurer und gilt feiner im Aroma, beim Cassia erh├Ąlt man kr├Ąftigere Aromen und er ist leicht s├╝├člich. ├äu├čerlich l├Ąsst sich beim Aussehen ein Unterschied feststellen, in der Pulverform dann allerdings nicht mehr.

Ein wahrscheinlich wichtigerer Punkt ist der Gehalt an Cumarin. Cumarin ist erstmal ein nat├╝rlicher Inhaltsstoff von Zimt, aber wusstet ihr auch, dass er in h├Âherer Dosierung lebersch├Ądigend wirken kann? Bei geringen Aufnahmemengen/Verzehr von Zimt ist dieser Punkt aber zu vernachl├Ąssigen. Sollte unter euch jedoch ein wahres Zimtmonster schlummern, dann greift lieber zum Ceylon, denn dieser enth├Ąlt weniger Cumarin.

Infos:
Alkoholgehalt: 12,5%
IBU: 50
Inhalt: 0,33 l

kcal: 375
Batch: 221
Herkunft: Estland

Etikett/Aussehen:

Typisch f├╝r die Silver Series ist das Etikett in komplett silber gehalten, es gibt einen wei├čen Kasten mit Spalten, in den der Name des Bieres, der Biertyp und die Prozente festgehalten werden. Einen kleinen roten Kreis mit dem Jahrgang gibt es ebenfalls. Der Flaschenhals wurde noch in einem schicken und satten Orangeton getr├Ąnkt. Ja, es wirkt zwar schlicht aber trotzdem sehr edel.

Zutaten:

  • zwei verschiedene Zimtsorten: Cassia und Ceylon

Geruch/Aromen:

Also eine Fassreifung kann man erkennen, leicht holzig, leichter Duft von Bourbon. Ansonsten ist dort eine leichte S├╝├če, am st├Ąrksten sind da f├╝r mich Schokolade und ger├Âstetes Malz in der Nase. Es ist schon eine massive Schokoladennote in der Nase und dann wird sie von einem w├╝rzigen und scharfen Ton – dem Zimt – vollendet. Ja, es riecht schon ein bisschen nach Chili-Schokolade, aber ich wei├č ja, dass Zimt verwendet wurde.

Geschmack:

Man bekommt es hier mit einem Bier zu tun, welches einen vollen K├Ârper besitzt, selbst der Bourbon ├Ąndert jetzt am Anfang erstmal weniger an dieser Einsch├Ątzung. Es wirkt minimal einen kleinen Hauch leichter und auch im Geschmack bekommt man hier eine tolle Vorstellung geboten, denn auch dieser ist kr├Ąftig und voll. Die Kehle l├Ąuft das Bier dann ziemlich cremig und ├Âlig hinunter. Man darf es schon z├Ąhfl├╝ssig nennen.

Oh ja, es geht sofort mit Bourbon und Alkohol los, hier l├Ąsst sich die alkoholische Note nicht leugnen. Es gibt also schon einen fulminanten Auftakt, denn das sind nicht die einzigen Noten. Was kann ich noch alles ausfindig machen?

Klar, wir bekommen es mit ger├Âstetem Malz zu tun, aber es schwingt auch direkt eine Rests├╝├če vom Malz und zum Teil auch vom Bourbon mit. Die 50 IBU zeigen sich nicht vollends, wenn auch das Bier mehr Bitterkeit als S├╝├če besitzt, aber insgesamt wird es dann durch die n├Ąchste Note ├╝berschattet. Es scheint so als w├╝rde der Alkohol auch eine leichte Sch├Ąrfe hinterlassen, auf jeden Fall wird einem direkt mollig warm. Aber halt, da war doch noch etwas? Richtig, in diesem Bier wurden zwei Zimtsorten mit eingebaut und JAAAAAAA, der Zimt wird mit dieser Chili ├Ąhnlichen „Heat“ seine Finger mit im Spiel haben. Prinzipiell f├╝hle ich mich da ja immer wieder an das Kaugummi Big Red erinnert, aber es ist weder die gleiche Sch├Ąrfe (das Bier ist weniger scharf) noch hat es denselben Geschmack.

Die dominate Schokoladennote spiegelt sich dann auch im Bier wieder, aber sie schwenkt eher noch in den Bereich Kaffee ab, welcher durch einen kr├Ąftigen Zimtgeschmack unterst├╝tzt wird. Man k├Ânnte auch meinen eine „hei├če“ Schokolade oder von mir aus auch Kaffee zu trinken, wobei hei├č sich hier auf die Sch├Ąrfe bezieht. Hier darf man sich dann in der Runde gerne zusammen streiten, ob mehr Schokolade oder Kaffee.

W├Ąhrend mich das erste Bier von P├╝haste (Dekadents) nicht wirklich ├╝berzeugen konnte, schafft es die Silver Series bisher daf├╝r umso mehr. Bis zu genau diesem Zeitpunkt befinden wir uns zwischen Start und Mittelteil. H├Ąufig nenne ich ja noch Aromen, die man hier auch schmeckten k├Ânnte und ich w├╝rde bei Karamell, subtile Lakritz, Kokos, etwas Zitrus oder auch schwarzem Tee nicht abgeneigt sein. Warum auch immer ist hier aber auch eine fruchtige Komponente mit im Spiel und da w├╝rde ich die Beeren schmecken wollen, genauer gesagt w├╝rde ich Rosinen favorisieren.

Danach springen wir schon direkt zum Ende hin├╝ber und die Frage bleibt. Was passiert zum Schluss?

Ich finde ja, dass man am Ende noch eine W├╝rzigkeit erh├Ąlt und der Zimt zeigt sich zum Ende hin von seiner feinsten Seite. Ein Zimtprofi bin ich nun nicht und ehrlich gesagt wusste ich auch nicht, dass Cassia und Ceylon die bekanntesten Sorten darstellen. Was ich allerdings bin, ist ein Fan von Zimt, auch wenn ich ihn gef├╝hlt kaum bis nie benutze. Das Bier ist zum Ende hin aber auch gut trocken, da w├╝rde ich den L├Âwenanteil dem Bourbonfass geben und der Zimt hat vielleicht mitgewirkt. Auch so eine holzige Note l├Ąsst sich am Ende am st├Ąrksten feststellen. Insgesamt trinkt sich dieses Bier schon wie ein voller Rotwein, ich habe das glaube ich seltener in der letzten Zeit so beschrieben, aber hier trifft es komplett zu.

Komplett ausbalanciert ist dieses Bier sicherlich nicht, in Bewertungen wird h├Ąufig der Zimt kritisiert, da er zu stark vorhanden ist und er steht tats├Ąchlich weit im Vordergrund, aber genau das habe ich bei diesem Bier auch erwartet. Manchmal frage ich, was andere Menschen von einem Bier erwarten, wenn sie genau wissen, was passieren wird. Der Abgang ist herrlich lang und bitters├╝├č und genau das ist auch ein Punkt. Da erw├Ąhnen Leute, dass sie dieses Bier zu s├╝├č finden, was ich zu keinem Zeitpunkt verstehen kann, es besitzt schon eine mittlere S├╝├če, aber da ist auch Bitterkeit die da gegensteuert und zu guter Letzt bringt der Zimt eine scharfe Note mit sich. Ein tolles Bier, welches mir auf untappd doch fast einen Tick zu schlecht davonkommt.

Ja, mit der Silver Series hat P├╝haste mit mir einen Fan gewonnen, weshalb auch schon das n├Ąchste „interessante“ Bier bestellt wurde.

See you soon!

Krone:

Im Arbeitszeugnis w├╝rde ein „stets bem├╝ht“ stehen.

Bewertung auf
ratebeer:  99 Punkte 4.01 /5
untappd: 4.24/5 Sterne

Empfiehl uns gerne weiter!


Hallo, wir sind

Die Crafter

Zwei Kollegen aus L├╝beck probieren sich durch verschiedenste Sorten Craft Beer und bewerten diese nachvollziehbar und ohne gro├čen Schnickschnack.
Ehrlich, echt, typisch norddeutsch.


Flaschenpreis: 7,50 ÔéČ

Unsere Bewertung

  • Aroma:
  • Aussehen:
  • Geschmack:
  • Preis/Leistung:
  • Gesamt:

Ich w├╝rde dieses Bier wieder kaufen: Ja


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