Pöhjala x De Struise – As Good As It Gets (Cellar Series) (Estland/Belgien)

Pöhjala x De Struise – As Good As It Gets (Cellar Series)

Kurzfristig habe ich den Ablauf ein wenig umdisponiert. Angekündigt waren weitere Biere aus den USA, nun kamen aber das Pöhjala Pime ÖÖ PX und das As Good As It Gets dazwischen und die finde ich beide dermaßen spannend, dass beide Flaschen Vorrang hatten. Das Pime ÖÖ PX ist mir vor zwei Jahren schon einmal über den Weg gelaufen, aber damals entschied ich mich gegen die Flasche.

Anfangen werde ich mit dem mega Schwergewicht, nämlich dem As Good As It Gets, welches starke 17,5% auf die Waage bringt. Dieses Bier ist ein Barrel Aged Stout aus der Cellar Series, welches in Kollaboration mit De Struis aus Belgien entstand. Dabei wurde dieses Bier für zwei Jahre im Fass gelagert, nämlich zuerst im Pedro Ximenez (Sherry) und danach in Heaven Hill Bourbonfässern. Die Belgier haben einen äußerst guten Ruf, weshalb die Erwartung ein klein wenig höher liegen, aber dieses Mal möchte ich die Latte nicht zu hoch legen.

Infos:
Alkoholgehalt: 17,5%
IBU: –
Inhalt: 0,330l
Herkunft: Estland

Etikett/Aussehen:

Die eine Seite ist schwarz und die andere ist weiß. In der Mitte trifft die dunkle auf die helle Seite und dort beginnt der Kampf zwischen beider Seiten, welche in einem rot und goldenen Schimmern endet. Unten rechts prankt das Logo von De Struise und Pöhjala.

Zutaten:

Geruch/Aromen:

Der Geruch ist sehr fruchtig mit roten trockenen FrĂĽchten, viel Sherry und Bourbon, man kann die SĂĽĂźe schon erahnen, die einen im Geschmack erwarten wird. Vielleicht riecht man noch ein wenig Schokolade.

Geschmack:

Im Geschmack treffen und prasseln viele Aromen auf einen ein. Sofort bekommt man einen linken Haken von bittersĂĽĂźem Geschmack an das Kinn gebrettert. Es wird nicht der letzte Haken gewesen sein…

Malz soll hier der Architekt und Grundbaustein sein, in Szene gesetzt wird allerdings der Sherry. Die roten Trockenfrüchte übernehmen und kommen beschwipst daher. Ja, hier hinterlässt der Sherry große Abdrücke im Boden / am Gaumen. Das As Good As It Gets ist super zuckrig, es handelt sich schon um Sirup/Molasse. Der Körper ist super voluminös und schwer. Hierbei fühlt man sich eher daran erinnert, einen Rotwein im Glas zu haben. Dieses Bier geht wie Sirup die Kehle hinunter und hinterlässt einen öligen Film. Ich glaube, ich hatte noch nie so ein schweres Bier. Die Aromen sind ebenfalls intensiv und komplex. Trotz dass die Süße so extrem ist, empfinde ich es als absolut nicht negativ.

Im Mittelteil findet man Karamell/Toffee. Die fruchtigen Noten sind Rosinen/Pflaumen/Feigen und Kirschen. Man findet hier auch definitiv noch Schokolade, die von Milchschokolade zu Bitterschokolade ĂĽberspringt. Der Bourbon zeigt sich auch, aber dieser Mix aus Sherry / Port ist zu gewaltig fĂĽr den Bourbon, er bringt trotzdem die Balance in dieses Bier. Was an dieses Bier definitiv noch abgegeben wurde, sind die holzigen Noten vom Fass.

Das Ende präsentiert sich ein bisschen trocken und hat erneut bittersüße Bitterkeit. Die Tannine können sich gegen die Süße allerdings nur wenig durchsetzen.

Der Nachgeschmack hallt lange nach. Aber was soll ich sagen, dieses Bier ist auf jeden Fall geil und gelungen, aber es haut mich halt nicht komplett aus den Socken. Warum haut es mich nun nicht aus den Socken? Gehört Pöhjala nicht zu meinen absoluten Favoriten, die einfach nichts verkehrt machen? Doch schon, aber…

Ich denke mittlerweile liegt die Antwort ein wenig tiefer begründet und zwar, weil ich einfach schon mehr als 500 Biere verköstigt habe. Viele davon ähneln sich, viele waren grandios, ein paar nur Mittelmaß, einige ein Reinfall, aber die Begeisterung hatte man schon häufig bei anderen Bieren, wo dieser Eindruck vielleicht auch noch neuer war, weil man es so noch nicht kannte. Vielleicht bin ich (meine Zunge) aber auch noch nicht geübt genug, um wirklich jeden Blickwinkel perfekt zu betrachten.

Dieses Bier wird sicherlich nicht von mir schlecht geredet werden, es lässt mich einfach nur nicht euphorisch in den Abendhimmel jubeln.

Apropos Momentaufnahme… Ich habe circa die Hälfte des Bieres nach fĂĽnfundvierzig Minuten getrunken und „Junge“, die 17,5% zeigen ihre Wirkung. Dieses Bier hinterlässt einfach eine sehr wohlige und angenehme Wärme.

Die hohe Wertung auf untappd vertete ich halt nicht, aber das konnte man sich schon denken.

Krone:

Der Schaum war feinporig, beige und ca. 1 Finger breit gegeben, der mit einem Restschaum hinterblieb.

Bewertung auf
ratebeer: ohne Wertung
untappd: 4.36/5 Sterne

Empfiehl uns gerne weiter!


Hallo, wir sind

Die Crafter

Zwei Kollegen aus LĂĽbeck probieren sich durch verschiedenste Sorten Craft Beer und bewerten diese nachvollziehbar und ohne groĂźen Schnickschnack.
Ehrlich, echt, typisch norddeutsch.


Flaschenpreis: 12,99 €

Unsere Bewertung

  • Aroma:
  • Aussehen:
  • Geschmack:
  • Preis/Leistung:
  • Gesamt:

Ich wĂĽrde dieses Bier wieder kaufen: Nein

BegrĂĽndung:

Schwierig.. Es schmeckt schon lecker, allerdings fallen auch circa 13 Euro an, die zwar schon gerechtfertigt sind, aber mir glaube ich den Aufpreis nicht wert sind.


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.