Pöhjala – Odravein Bourbon BA (Cellar Series) (Estland)

Pöhjala – Odravein Bourbon BA

Pöhjala – Odravein Bourbon BA

Wat? Eine meiner Lieblingsbrauereien habe ich noch nicht näher beschrieben? Na, dann hole ich das aber mal ganz fix nach. Ich gönne mir heute (06.12.2019) zum Nikolaustag also erstmal ein Schmankerl.

Erstmal befinden wir uns also in Estland, dazu in der Hauptstadt Tallinn. Ganz genau befinden wir uns im Stadteil Nõmme. 

Gegründet wurde die Brauerei gegen Ende 2011, von den vier Sandkastenfreunden (/Bierliebhabern/Hobbybrauern) Enn Parel, Peeter Keek, Gren Noormets und Tiit Paanane.  Später holte man sich noch einen schottischen Braumeister in das Unternehmen. Chris Pilkington sollte es dann werden und dieser hatte schon einige Jahre Erfahrung bei Brewdog sammeln dürfen.

Das erste Bier, welches gebraut werden sollte, war das ÖÖ Imperial Baltic Porter. Gerade wollte ich abschweifen und sagen, dass dies auch mein erstes Bier von Pöhjala war, aber bei mir war es das Must Kuld. Bis 2014 braute man allerdings in anderen Brauereien, da man selbst noch keine besaß. Dies sollte sich dann in 2014 allerdings ändern, denn man erbaute in Nõmme eine eigene Brauerei.

Wie auch viele andere Brauereien, braute man bei Pöhjala am Anfang sehr geringe Mengen und konnte sich dann immer schneller steigern. Ende 2018 zog man dann in die historische Noblessner-Werft, die direkt am Meer von Nord-Tallinn liegt. Mittlerweile besitzt man dazu noch einen eigenen Taproom, der für 120 Menschen Platz bietet.

Wen das nun genauer interessiert und sich noch schicke Bilder von der Brauerei angucken möchte, der klickt dann bitte auf folgenden Link: Brauerei. Auf dem Link findet ihr dann ebenfalls auch die gesamte Crew von Pöhjala.

Unter pohjalabeer könnt ihr euch dann noch durch die verschiedenen Bierserien klicken.

Das Odravein ist nun ein Barley Wine (gebraut zum 1. Jahrestag), welcher für 6 Monate in Bourbonfässern gelagert wurde. Dazu gehört das Bier der Kellerserie (Cellar Series) an. Erstmals wurde dieses Bier am 25. November 2015 gebraut.

Infos:
Alkoholgehalt: 14 %
IBU: 65
Inhalt: 0,33l

Kcal: 420
Herkunft: Estland

Etikett/Aussehen:

Was gibt es zu gucken? Der Hintergrund besteht aus silber, oben/mittig setzt man das Pöhjala Logo in weiß und versieht es darunter mit einem Cellar Series. Kommen wir aber zum wahren Highlight, denn wie gesagt, haben wir einen silbernen Hintergrund, worauf in Bleistiftoptik diverse Gerstenhalme gedruckt wurden. Der Flaschenhals wurde mit einem schicken blauen Wachs abgedichtet. Mir gefällt das Etikett äußerst gut. Beim Rukkivein verwendete man die Gerste ebenfalls, wobei das Design für das Odravein älter sein sollte. Realistischer sieht dort das Design vom Rukkivein aus, was natürlich daran liegt, dass man die Gerste in realen Farben darstellte.

Zutaten:

Geruch/Aromen:

Bourbon, Bourbon und nochmals Bourbon. Herrlich. Hier schlägt einem wirkliche der pure Geruch von Bourbon/Vanille ins Gesicht. Und dazu kommt ein leckerer süßlicher und fruchtiger Geruch von getrocknetem Dörrobst. Rote Früchte sind es, Rosine mit Pflaume kombiniert. Der süßliche Geruch kommt allerdings nicht nur von der Frucht (obwohl hier ja nicht mal mit Früchten gearbeitet wurde), sondern es riecht auch typisch für einen Gerstenwein, nämlich malzig und Karamell habe ich ebenfalls in der Nase. Ich finde, man riecht hier auch Holznoten im Bier. Was es sicherlich ist, es riecht lecker. Leicht alkoholische Anklänge lassen sich erkennen. Dann nehmen wir mal einen Schluck.

Geschmack:

Uiii… Oh ja… Wirklich nur 6 Monate im Fass gereift? Da muss ein noch ziemlich junger und wilder Bourbon kurz zuvor in den Fässern gewesen sein. Ich kenne mich da nicht ganz so perfekt aus, aber mir fällt schon direkt dieser bissige Ton von Alkohol und den abgegebenen Tanninen auf. Ein Fass, welches nun häufiger verwendet wurde, sollte ja rein vom Kopf her langsam abflachen und ein deutlich runderen/weicheren (aber nicht langweiligen) Geschmack abgeben. Es ist fĂĽr mich aber zu keinem Zeitpunkt negativ gemeint.

Der Körper ist durch das Fass natĂĽrlich dĂĽnner/flacher geworden, einfach im Bereich Medium. Der Geschmack ist schon kräftig. Ausreichend karbonisiert ist das Bier auch. Wisst ihr was? Ich glaube, dass das Bier noch zu gekĂĽhlt ist, ich werde dem Bier ein paar Minuten Zeit geben…

Es gab dieses Bier schon mal und ich hatte es auch schon einmal, sogar 2018 auf den Craftbiertagen hier in LĂĽbeck, da hatte der SpaĂź sogar 16%. Im ersten Augenblick wĂĽrde ich sagen, dass dieses Bier auch deutlich runder und weicher gewesen ist.

Also, es bleibt am Anfang dabei. Diese Bitterkeit, die ins herbe, kräutrige, grasige abdriftet, bleibt bestehen, aber es wird doch ganz minimal besser. Ich baue den Geschmack hier anders auf, weil sich mir das Bier auch so präsentiert. Wobei es auch eine verbrannte Note gibt, die würde ich auf die ausgebrannten Fässer schieben. Die 65 IBU werden hier wirklich gut ausgereizt und ans Limit gebracht. Es schwingt auch eine alkoholische Note im Geschmack mit. Doch das stellt jetzt nicht den gesamten Geschmack dar.

Wenn man sich davon gelöst bekommt, findet man am Anfang auch das Malz, die Süße kann sich hier noch nicht zeigen oder durchsetzen. Dafür kommt dann aber schon der Geschmack von Rosinen. Der Bourbon ist von Anfang an allgegenwärtig.

Im Mittelteil bleibt der Bourbon bestehen, dazu kommen kräftige Holznoten von Eiche, Herbe, verbranntem Zucker und diese Aromen intensivieren sich. Ja, der Zucker wirkt dadurch auch karamellisiert, aber halt verbrannt. Das Bier wird vom Mittelteil bis zum Ende hin süßer, wobei es ein bittersüßer Geschmack bleibt. Das Bier schmeckt auch würzig, dieses Fass hat sehr viel (neben den Tanninen) an das Bier abgegeben. Der Alkohol hinterlässt auch ein leichtes Brennen auf der Zunge. Man könnte es auch floral nach grasiger Schärfe benennen. Was ich am passendsten finden würde, ist Zitronengras, wenn man auf dieses Gras beißt, hinterlässt es genau diesen Geschmack.

Zum Ende wird das Bier trocken, die Würze schmeckt man hier am stärksten, dazu kommen fruchtige Aromen und Herbe. Gerade ganz zum Schluss möchte aber die Rosine präsent sein und auch im Nachgeschmack verbleibt sie noch einige Sekunden.

Ein wirklich wildes und forderndes Bier. Es kann mich nicht zu 100% überzeugen und mir gefiel die vorherige Charge auch besser. Was diesem Bier sicherlich gut tun wird, ist, wenn ihr diese Flasche für 2, 3, 4 oder 5 Jahre einfach im Keller lagert. Ich kann mir hier richtig gut vorstellen, dass man dann einen ausbalancierten Barley Wine erhält. In dieser Form ist er aber auch spannend.

Krone:

Die Krone ist eher nur ein Schäumchen, am Anfang gab es ca. 5 mm feinen, dünnen Schaum, der allerdings schnell verpuffte, aber zumindest noch welchen hinterließ.

Bewertung auf
ratebeer: 99 Punkte 3.97/5
untappd: 4.27/5 Sterne

Empfiehl uns gerne weiter!


Hallo, wir sind

Die Crafter

Zwei Kollegen aus LĂĽbeck probieren sich durch verschiedenste Sorten Craft Beer und bewerten diese nachvollziehbar und ohne groĂźen Schnickschnack.
Ehrlich, echt, typisch norddeutsch.


Flaschenpreis: 6,75 €

Unsere Bewertung

  • Aroma:
  • Aussehen:
  • Geschmack:
  • Preis/Leistung:
  • Gesamt:

Ich wĂĽrde dieses Bier wieder kaufen: Nein

BegrĂĽndung:

4,5 zu hoch, 4 zu niedrig, ich denke eine 4.15-4.20 wäre mir recht.


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