Pöhjala – Forest Bänger (Estland)

Pöhjala - Forest Bänger

Pöhjala – Forest Bänger

Zu Pöhjala selbst muss ich glaube ich nichts mehr verfassen, aber wer diese Brauerei natürlich bisher immer noch nicht kennt, dem wird sie bzw. wurde sie schon hier vorgestellt.

Ja, was kann ich euch ansonsten anbieten? Die Bänger Serie geht mittlerweile in die sechste Runde, ich habe allerdings nur zwei Flaschen davon getrunken, da mich sowohl das Bänger, als auch das Coco Bänger nicht unbedingt umgehauen oder begeistert haben. Das Cherry, Szechuan oder Winter Bänger wollten deshalb nicht ihren Weg zu mir finden, aber beim Forest Bänger wollte ich dann doch mal wieder zuschlagen. Warum?

Trotz dass es auf untappd nicht mal 4.00 Punkte erreicht, wollte ich es mir aufgrund der Zutaten zulegen. Denn das Bier gehört nicht nur in die Bänger Series, sondern es gehört auch noch der Forest Series an. Das liegt daran, dass man dem Bier zerschlagene Vogelbeeren, estonisches Wacholderholz und geräuchertes Malz hinzugefügt hat.

MOOOOMENT… VOGELBEEREN? Sind die nicht giftig? Mir wurde das zumindest als Kind mal so erzählt, allerdings sind sie absolut nicht gefährlich oder giftig. Ich könnte euch natürlich einen kurzen Exkurs zu der Beere geben und eine andere Seite zitieren, aber wen das von euch doch näher interessiert, der kann sich einen kurzen Augenblick dort genehmigen.

Man muss aber auch mal ehrlich sein, die niedrige Punktzahl hat mich schon abgeschreckt, in der Vergangenheit konnte mich Pöhjala aber mit diesen abgefahrenen Kreationen aber abholen, weshalb ich auch dieser Flasche ihre Chance geben möchte.

Infos:
Alkoholgehalt: 12,5%
IBU: –
Inhalt: 0,33 l

kcal: 375
Herkunft: Estland 

Etikett/Aussehen:

Kommen wir erstmal zur Aufmachung: Die gefällt mir sehr und sie spricht mich wirklich an. Zu sehen gibt es eigentlich nicht viel. Pöhjala prankt mittig in weiß, unten Forest Series und das typische Abzeichen eines kleinen Bäumchens. Ansonsten ist das Etikett mit Waldfarben versehen, es gibt ein paar unterschiedliche Grüntöne, schwarz und braun. Das sind für mich undefinierbare Farbkleckse, aber wie schon erwähnt, gefällt mir das.

Zutaten:

  • Da würde ich Roggen extra nennen
  • Hafer
  • Vogelbeeren
  • Wacholder
  • (und geräuchertes Malz)

Geruch/Aromen:

In der Nase ist das Bier malzig, röstig, leicht rauchig, ansonsten rieche ich viel Schokolade, Lakritz, eine leichte Fruchtigkeit, aber alles wird von diesen Waldaromen und Holz mit dem sanften Rauch überschattet. Toll!

Geschmack:

Als allererstes möchte ich mit dem ersten Schluck direkt auf die Bewertung von ratebeer und untappd kommen und ich kann nur sagen: „IHR LIEGT FALSCH!!!“. Ein obligatorisches „ihr habt doch keine Ahnung“ könnte man prollig auch noch in die Runde werfen, aber Geschmack ist nun einmal subjektiv und mir sagt das Bier absolut zu.

Mit dem ersten Schluck stutzt man dann doch schon, aber wir wollen ja erstmal den Körper beschreiben und dieser ist schön voll, was sich auch im Geschmack abzeichnet, dazu ist dieser auch schön kräftig, interessant und vor allem aber intensiv. Das Bier läuft schon recht ölig und cremig die Kehler herunter.

Man darf auch direkt sagen, dass es kein einfaches Bier ist, es handelt sich beim Forest Bänger und ein wildes, komplexes und forderndes Bier. Also trinken sollte man das hier nicht, wie man es eventuell mit einem 0815 IPA oder einem Guiness oder setzt euer Beer To Go ein, welches ihr nebenbei zu einem Film, einer Serie, Sportart etc. trinkt.

Ganz zu Anfang gibt es natürlich Malz, Röstaromen und Rauch, aber es gibt auch erstmal eine schöne Restsüße vom Malz geboten. Ja, dieses Bier ist am Anfang noch recht süß.

Danach geht es schnell rund (Mittelteil) und man muss diesen Mix schnell begreifen. Die Schokolade finde ich zu 100% wieder, die aber nur durch das Malz entsteht, trotzdem aber massiv im Geschmack auftaucht. Wer dort aber auch noch Kaffee finden möchte, dem würde ich da keinen Strick draus machen wollen. Die Grenze ist hier mal wieder fließend. Der Süße wird auch recht schnell entgegengesteuert und das hat nun zwei Gründe.

Zum Einen wurde dem Bier ja die Vogelbeere hinzugefügt und diese besitzt die geschmackliche Eigenschaft von Säure und Bitterkeit. Und genau das bekommt das Bier auch ab, es gibt eine leicht säuerliche Note, die Bitterkeit stemmt dann aber den Löwenanteil zu, welche ich aber als nicht zu stark einsortieren würde, sie ist auf jeden Fall noch angenehm, aber auch doch recht ruppig wirkt. Wie nun Wacholderholz schmeckt, weiß ich beim besten Willen nicht, aber das Holz wird die Bitterkeit ganz bestimmt zu einem Teil unterstützen. Ich könnte dem Bier aber auch eine verbrannte Karamellnote nachsagen, denn es ist so eine leicht stechende Note vorhanden, die mich aber nicht weiter stört.

Die Vogelbeere verleiht dem Bier einen fruchtigen Geschmack, den man nicht weiter beschreiben kann. Am ehesten empfinde ich es dem Geschmack von Citrus nach.

Der Alkohol macht sich zu keiner Sekunde bemerkbar (außer im Kopf). Dieser wurde also wunderbar eingebunden.

In der Nase hatte ich Lakritz und diesen Geschmack würde ich zumindest für einen kurzen Augenblick wiederfinden wollen. Man kann diese Nuance aber auch weiterspinnen und geht dann zu holzigen Noten über, welche sich in Tabak und Leder verlaufen. Dem Bier haftet die gesamte Zeit über der Geschmack von Wald an. Es ist leicht erdig, moosig und harzig. Würde ich meine Augen schließen, dann würde ich mich an einem Herbstmorgen im Wald befinden. Die Sonne scheint mit einigen Strahlen durch die Tannenkronen, leichter Nebel ist auf dem Boden, klare, kalte, frische Luft füllt die Lunge, vor allem aber reine Luft und die Lunge kratzt fast ein wenig von der Kälte und der typische Geruch vom Wald strömt in die Nase ein.

Zum Ende hin hinterlässt das Holz vom Wacholder Würze am Bier und es wird recht trocken. Auch eine leichte kräutrige Note würde ich dem Bier zuschreiben und die Bitterkeit ist hier noch zugegen. Die Beere feiert nochmal ihr Comeback und leichter Rauch. An Nachgeschmack mangelt es dem Forest Bänger auch nicht. Toll.

Ich hatte ja erst Bedenken, aber für mich ist das ein tolles, experimentelles Bier und das für rund um die vier Euro. Insgesamt bleibt zu sagen, dass man hier ein Stückchen Wald schön kompakt in einer Flasche abgefüllt bekommt. Für mich der bisher beste Teil in der Bänger Serie, weil der Geschmack so wahnsinnig intensiv ist. Es ist fast zu schade, dass man bei diesem Bier keine Fassreifung bekommt, ich würde gerne wissen, wie es das Bier noch positiv beeinflussen könnte…

Krone:

Unschwer dem Foto zu entnehmen, möchte sich der Schaum in beige nicht stark ausbilden.

Battle Of The Week:

The Bruery – So Happens It’s Tuesday

Bewertung auf
ratebeer: 95 Punkte 3.87/5
untappd: 3.99/5 Sterne

Empfiehl uns gerne weiter!


Hallo, wir sind

Die Crafter

Zwei Kollegen aus Lübeck probieren sich durch verschiedenste Sorten Craft Beer und bewerten diese nachvollziehbar und ohne großen Schnickschnack.
Ehrlich, echt, typisch norddeutsch.


Flaschenpreis: 4,19 €

Unsere Bewertung

  • Aroma:
  • Aussehen:
  • Geschmack:
  • Preis/Leistung:
  • Gesamt:

Ich würde dieses Bier wieder kaufen: Ja

Begründung:

auf eine 4.2 – 4.25 könnte ich mich wohl einigen


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