Jopen – Meesterstuk BA Jack Daniel’s Rye Whiskey (2018) (Niederlande)

Jopen – Meesterstuk BA Jack Daniel’s Rye Whiskey (2018)

Jopen – Meesterstuk BA Jack Daniel’s Rye Whiskey (2018)

Mit der Brauerei Jopen bin ich schon frĂĽh in BerĂĽhrung gekommen, als bei mir das Thema Craftbier größer wurde, zumindest als wir hier unseren ersten und einzigen Store in der Innenstadt erhielten. Mein erstes Bier war das Don’t tRYE this @home!!! und es folgte das HIJSM Spoor 2 3/4 (welches an Harry Potter angelehnt war). Danach verlor ich diese Brauerei irgendwie aus den Augen, obwohl mir beide Biere sehr gefielen.

Jopen bedeutet fĂĽr uns, einen Blick zu unserem direkten Nachbarn, den Niederlanden, zu werfen. Die Brauerei befindet sich in Haarlem, welches westlich von Amsterdam liegt.

Die Geschichtsfans unter euch werden jetzt auf ihre Koste kommen, denn es gibt doch einiges zu erzählen. Wo fange ich an?

1992 wurde die Haarlems Biergenootschap Foundation gegrĂĽndet. Sie wurde mit dem Ziel gegrĂĽndet, traditionelle Bier aus/von Haarlem erneut auf den Markt zu werfen und zu fördern. Dabei fand man im Stadtarchiv gleich zwei Rezepte, die man wiederum auf Bieretiketten gefunden hatte. Das erste Rezept stammt aus 1407 und es war ein Koyt, welches auch auf den Namen Gruitbier hört (auch Grut genannt; ein Kräuterbier). Beim zweiten Bier handelte es sich um das Hoppenbier, welches aus 1501 stammt, hierbei wĂĽrde ich auf ein „IPA“ tippen.

1994 feierte die Stadt Haarlem ihr 750-jähriges Bestehen, was zeitgleich auch das Geburtsjahr von Jopen (gesamter Zeitraffer auf ihrer Homepage) darstellt.

Der Name Jopen ist hierbei auch nicht willkürlich gewählt worden, sondern wird von den 112-Liter-Fässer abgeleitet, in denen man das Bier aus Haarlem transportierte.
Nun gab es zwar Jopen seit 1994, aber man hatte selbst noch keine Brauerei und fungierte auch viele weitere Jahre als Gypsybrauerei. Bis Ende 1996 braute man das Bier bei De Halve Maan ein. Die nächste Station, bei der man danach das Bier braute, lautet La Trappe. Diese nutzte man bis 2001, wo man dann bis 2004 bei Van Steenberge und ab 2004 bei (ACHTUNG!) De Proefbrouwerij braute. Klingelt es bei euch aus der letzten Review? Omnipollo braut dort nämlich auch das ein oder andere Bier ein.

Am 11. November 2010 wurde im Zentrum von Haarlem die Jopenkerk (Kirchengebäude) Haarlem Brauerei eröffnet, dazu eröffnete man auch gleich ein Cafe und Restaurant. Die Geschichte ist aber noch nicht vorbei. 2015 konnte Jopen die Hoofdvaartkerk erwerben, in welcher eine Brennerei, Restaurant und ein Verkostungsraum entstanden. Man blieb sich bei der Wahl des Gebäudes also treu. Leider schloss man am 01. Januar 2019 die Türen wieder, da die gewünschten Besucherzahlen ausblieben. In 2019 veränderte man auch das alte Logo und gab dem neuen Logo einen komplett neuen Anstrich, mir gefiel da das alte Design weitaus mehr. Mit dem Wegfall der 1407 und dem Abbild der Kirche, hat man meiner Meinung nach dem Logo seine Identität genommen. Einzig das alte J in einem bestimmten Stil wurde weiter verwendet.
Das war die Geschichte zur Brauerei, nun folgt noch ein kurzer Absatz zum Meesterstuk. Das Meesterstuk stammt aus 2018, es ist also Vintage und auch nicht länger in Produktion. Es gab 2018 insgesamt drei Versionen vom Meesterstuk und wird jedes Jahr einmal zu Ehren St. Martin, dem Schutzpatron der Haarlemer Brauergilde gebraut. Bei diesem Bier haben wir es mit einem belgischen Bierstil zu tun, nämlich einem (Oatmeal) Quadruple, welches auch unter Quad abgekĂĽrzt wird. Allerdings fällt Jopen nicht unter eine der 13 Trappistenbrauereien. Da könnt ihr es mal nachschlagen, weil es jetzt zu weit fĂĽhren wĂĽrde. Das Bier wurde fĂĽr 320 Tage in Fässern von Jack Daniel’s Rye Whiskey gereift. Der Rye Whiskey fällt preislich gesehen 2-3 Euro teurer als der normale Jack Daniel’s aus, aber die Fässer werden einem nicht hinterhergeworfen 🙂

Habt ihr noch Bock? Es ist zwar eine geile und lange Geschichte, aber mir rauchte bei der Erstellung schon ein wenig der Kopf. Ich würde vorschlagen, wir gönnen uns alle mal zwei oder drei Minuten eine Pause, rauchen eine oder trinken einen Schluck und dann gehen wir zum schönsten Teil, nämlich dem Tasting über!

Alkoholgehalt: 13,5%
IBU: 25
Inhalt: 0,33 l

Herkunft: Niederlande

Etikett/Aussehen:

Wen verwundert es nun bei der Gestaltung? Der Martinstag ist im Herbst, weshalb man den Hintergrund braun gestaltete, allerdings mit Holztextur. In der Mitte prangt das Brauereilogo, links daneben wird eine Person, vermutlich Martin von Tours (St. Martin) abgebildet, welcher gespiegelt wird. Ob es nun ein Bild von dem Herrn gab oder ob man da vielleicht auch einen Mitarbeiter oder anderen Mönch für abgelichtet hat, kann ich nicht sagen. Unten verwendet man einen weinroten Streifen, in welchem in weiß dann der gesamte Name des Bieres gedruckt wird.

Zutaten:

  • Hafer
  • Kandiszucker
  • Koriander

Geruch/Aromen:

Jetzt wandert die Nase häufig schon beim Öffnen an den Flaschenhals und mein Gott riecht das gut! Da kommt der Bourbonflavour richtig aus der Flasche geschossen. Entweder habe ich diese Note noch nie vernommen oder ich rieche zum ersten Mal so eine Apfelnote, demnach riecht es noch fruchtig und ich vernehme Würze. Dazu kommt für mich mit dem Bourbon viel Vanille, es riecht dadurch auch gut süß und Karamell ist hier vertreten. Ich bin da glatt der Meinung, dass ich jetzt sofort einen Schluck probieren muss, weshalb ich das Nosing abbreche/beende, weil da auch nicht mehr zu finden ist.

Geschmack:

Hui, hier passiert ganz schön viel zur gleichen Zeit, ich würde zwar sofort sagen, dass es nicht komplex ist, aber die Aromen werden fast auf eine Stelle gepresst/konzentriert. Wirklich eine leckere Geschichte.

Vom Körper her bekommt man es im mittleren Bereich zu tun, dieser belgische Bierstil ist einfach nicht total voll, sicherlich wird es dort auch seine Vertreter von geben, aber der Bourbon lässt das Bier noch deutlich dünner wirken. Der Hafer macht das Bier samtig und cremig. Generell muss ich es immer wieder wiederholen, dass ich kein Fan von der Zugabe von fast jeglichem Zucker bin, er wandelt sich zwar in Alkohol um, aber lässt die Biere häufig auch übermäßig süß werden. Auch beim Meesterstuck?

Ich muss gestehen, dass ich den Zucker hier richtig gut finde. Warum?

Den Startschuss geben Malz und eine sĂĽĂźliche Note, die vom Geschmack von Bourbon und Vanille glatt ĂĽberrannt wird. Bei diesem Bier gibt es nur den Start und Mittelteil, die ich zusammenfĂĽge und das Ende. Im ersten Teil gibt es noch das Karamell, welches man auch schon in der Nase gefunden hat. Auch den fruchtigen Geschmack finde ich wieder, man könnte ihn auch als Apfel verkaufen, aber getrocknete Rosinen schmecke ich eher. Das Fass hat fĂĽr seine knappen 11 Monate wirklich ganze Arbeit geleistet. Nun gehört Jack Daniel’s aber auch nicht zu den leichtesten Bourbons bzw. ist es in diesem Fall ja Tennessee Whiskey. Jack Daniel’s schmeckt durch seine Herstellung generell anders, da man den Whiskey fĂĽr 12 Tage durch Holzkohle laufen lässt. Dieses soll nicht nur fĂĽr den typischen Geschmack, sondern auch die Milde beim Whiskey sorgen. Ich finde ja hingegen, das Jack Daniel’s pur gut kratzt und ja, die Holzkohle hat ein Erkennungsmerkmal. Genau dieses Erkennungsmerkmal möchte ich aber auch im Bier wiederfinden.

Vom Roggenwhisky werden kräftige Noten im Geschmack abgegeben und auch holzige Noten sind deutlich zu schmecken. Am Anfang setzt nach der SĂĽĂźe auch schon eine leichte Bitterkeit ein, ein ungeschulter Gaumen wĂĽrde jetzt wahrscheinlich nur die Bitterkeit wahrnehmen. Tatsächlich ist hier der Roggen zum Greifen nah. Von Anfang an kommt auch schon eine alkoholische Note, die sich durch das Bier zieht. Der Alkohol hinterlässt auch so eine minimale Schärfe, die ein klein bisschen harsch ist, fĂĽr mich aber nicht negativ auffällt. Die WĂĽrze ist auch stark vertreten, sie kommt vom Fass und wurde durch den Koriander nur noch verstärkt, einzeln finde ich den Koriander hingegen nicht. Diesen Absatz kann man gerne auch schon fĂĽr den zweiten Teil (Ende) halten. Der Whiskey lässt das Bier brutal trocken werden und fährt die WĂĽrze und den Roggen auf „volle Kraft voraus“. Der Nachgeschmack bleibt lange vorhanden, wo man zum Ende hin nochmal einen sĂĽĂźlichen Geschmack findet. Und genau zu diesem Zeitpunkt möchte ich den Punkt Zugabe von Zucker noch einmal aufgreifen. Dieses Bier besitzt wirklich viel WĂĽrze, was auch in Bitterkeit und Herbe ĂĽbergeht, welche vom Zucker aber noch zum Teil abgebremst wird und mir deshalb im Bier taugt.

FĂĽr 6 Euro bin ich wirklich ĂĽberrascht. In meinem Ranking wird es bei Jopen Platz 1 einnehmen.

Krone:

Es gab ca. 1 cm weiĂźen Schaum, der schnell abbaute, aber dafĂĽr noch bis zum Ende verblieb.

Bewertung auf
ratebeer: –
untappd: 4.21/5 Sterne

Empfiehl uns gerne weiter!


Hallo, wir sind

Die Crafter

Zwei Kollegen aus LĂĽbeck probieren sich durch verschiedenste Sorten Craft Beer und bewerten diese nachvollziehbar und ohne groĂźen Schnickschnack.
Ehrlich, echt, typisch norddeutsch.


Flaschenpreis: 5,99 €

Unsere Bewertung

  • Aroma:
  • Aussehen:
  • Geschmack:
  • Preis/Leistung:
  • Gesamt:

Ich wĂĽrde dieses Bier wieder kaufen: Ja

BegrĂĽndung:

Falls ich noch eine Flache erwischen sollte


1 Kommentar zu „Jopen – Meesterstuk BA Jack Daniel’s Rye Whiskey (2018) (Niederlande)

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