Jackie O’s – Bourbon Barrel Oil of Aphrodite (2020) (USA)

Jackie O's - Bourbon Barrel Oil of Aphrodite

Jackie O’s – Bourbon Barrel Oil of Aphrodite

Review: #275 (07.05.2021)

Mit kleinen Schritten geht es mittlerweile auf die/den 300. Review/Vorstellung/Bewertung/Eintrag etc. zu und immer noch bringt es mir ├╝berwiegend Spa├č, diese zu verfassen. Den meisten Spa├č erhalte ich nat├╝rlich beim Trinken, die Reviews bedeuten dann immer Zeit und Arbeit. Dies macht mal mehr und mal weniger Spa├č, obwohl ich mein Hobby, das Craftbier, wirklich liebe. Die Menge an Reviews spiegelt das wieder.

Mal wieder m├Âchte ich ein Bier von Jackie O’s trinken und vorstellen. Das Oil of Aphrodite lag unz├Ąhlige Male im Korb, flog am Ende jedoch wieder hinaus. Auch das BA Bourbon lag mal im Korb, flog heraus und wurde wieder hineinlegt und am Ende gekauft, einfach weil ich Jackie O’s mag, wenn auch sie in den letzten Jahren kostenintensiver geworden sind. Irgendwie warte ich ja jetzt seit zwei Jahren darauf, dass mir das Athens To Athens Grist To Grist in einem Shop ├╝ber den Weg l├Ąuft, falls davon noch welche im Umlauf sein sollten. Gebraut wird das Bier zur Zeit nicht mehr, ich hoffe aber, dass es nochmal etwas wird.

Das Oil wird mit belgischem Kandiszucker und schwarzen Waln├╝ssen gebraut, dazu reift es dann acht bis zw├Âlf Monate in Bourbonf├Ąssern. Nach kurzer Recherche sollte es keine schwarzen Waln├╝sse geben. Man ben├Âtigt unreife Waln├╝sse, die dann je nach Rezept mit Zucker und Co. kandiert werden. Ob deshalb der belgische Kandiszucker genannt wird oder ob man damit die N├╝sse behandelt hat, bleibt in den Sternen stehen. Seit 2012 gibt es das Oil und war zuerst f├╝r Staff-Mitglieder, ob damit nun nur Mitarbeiter gemeint sind oder ob es mal eine Staff-Mitgliedschaft war, wei├č ich nicht.

F├╝r wen Jackie O’s noch kein Begriff ist, der klickt wie immer hier.

Alkoholgehalt: 13,5%
IBU: –
Inhalt: 0,355 l

kcal: 300
Batch: 
Herkunft: USA

Etikett/Aussehen:

Aphrodite sitzt im Vordergrund. Im Hintergrund sieht man zwei Teufelsgestalten, einer sitzt betrunken mit einem Fass auf dem Boden und die andere Gestalt guckt mit einem Grinsen zu Aphrodite.

Zutaten:

  • belgischer Kandiszucker
  • schwarze Waln├╝sse

Geruch/Aromen:

Zucker (s├╝├č), ger├Âstetes Malz, Schokolade, nussig buttrig und Vanille/Bourbonfass. Vanillegeruch steht an vorderster Stelle und ziemlich ausgepr├Ągt.

Geschmack/Aussehen:

Mittlerer grobporiger Schaum ist zu sehen, kenne ich so von BA und 10% Stouts meistens eher weniger, ist hier aber vorhanden und bleibt einige Zeit, in einem hellen Braun am Rand bestehen. Einen schweren bis mittleren K├Ârper gibt es, durch das Bourbonfass wirkt es leichtf├╝├čiger, aber ich erteile den Zuschlag dennoch f├╝r schwer/voll. ├ľlig ist es sowieso und ihr bekommt einen kr├Ąftigen und vollen Geschmack.

Wie so h├Ąufig baut sich der Geschmack bei mir erst auf, wenn sich das Bier erw├Ąrmt, ansonsten h├Ątte ich dem Bier wohl die Komplexit├Ąt abgesprochen, was vollkommener Bockmist gewesen w├Ąre.

Beim Kandiszucker hatte ich schon die Bef├╝rchtung, es k├Ânnte zu s├╝├č geraten, aber das passiert zum Gl├╝ck nicht. Den Anfang macht zwar stark ger├Âstetes Malz und auch Rests├╝├če kann man finden oder die vom Kandis, aber dann wird einem eine ordentliche Portion an verbranntem Karamell und Holz zwischen die Beine geworfen.

Es wird gnadenlos bitter, was zum einen von diesem verbrannten Holz stammt. Dazu wird die Bitterkeit recht aggressiv und besitzt grasige Sch├Ąrfe. Mit der Erw├Ąrmung bringt der s├╝├če Geschmack sich zwar minimal mehr ein, aber kann gegen den verbrannten Geschmack kaum etwas ausrichten. Das Bier ist unglaublich nussig, obwohl ich die Walnuss als solche nicht herausschmecken w├╝rde. Ich finde den buttrigen Duft im Geschmack wieder. Ansonsten ist mit dem s├╝├čen und bitteren Geschmack verbranntes Karamell und Zartbitterschokolade zu nennen.

Das Oil of Aphrodite ist ganz bestimmt kein Schmeichler, hier geht es zur Sache. Wer von einem richtigen M├Ąnnerbier sprechen m├Âchte, dem pflichte ich an dieser Stelle bei. Dieser Vertreter hat Stacheln, Ecken und Kanten, die scharf und rau sind. Oder es hat Biss.

Was man sonst noch wahrnimmt, ist eine leichte S├Ąure, die an gr├╝ne und rote ├äpfel erinnert. Aber eine leicht fruchtige Note schmeckt man. Wenn man den Fruchtverlauf genau verfolgt, gelangt man zur Rosine und Pflaume.

Es wird salzig und Lakritz kombiniert sich mit Asche, Leder, Rauch. Danach schl├Ągt das Holz zu, sicherlich bemerkt man den Fasscharakter schon wesentlich fr├╝her, aber ab dem Mittelteil bis zum Ende hin bestimmt dieser Geschmack ma├čgeblich. Es schmeckt jetzt aber nicht nur nach Holz, sondern im Vordergrund steht zuerst viel Vanille, welche dann in typischen Bourbon und Holzgeschmack ├╝bergeht.

Dieser brachiale und kompromisslose verbrannte Geschmack erschwert die Analyse erheblich, wenngleich ich auf diesen Geschmack insgesamt stehe. Wenn ich genauer dar├╝ber nachdenke, dann ist das Bier auch ziemlich kr├Ąutrig, was am ehesten an Gin erinnert. Es ist eines dieser Biere, die immer mit etwas neuem um die Ecke kommen. Je genauer man versucht etwas im Geschmack zu finden, taucht da f├╝r mich Kokosnuss auf.

Der Alkohol w├Ąrmt einen von innen auf, die 13,5% hat man nicht eingebunden bekommen oder man wollte es erst gar nicht. Lange h├Ąlt sich der Nachgeschmack am Gaumen fest und verebbt immer wieder mit einem Layer.

Ganz typisch f├╝r ein Bourbonfass wird das Bier trocken. Es gibt nicht nur die Kr├Ąuter, sondern auch W├╝rze im Bier. Was nat├╝rlich alles durch dieses Kratzige ├╝berschattet wird, mit der Kohle, Asche, Leder, Rauch und Co. Ja, Kohle, diesen Begriff habe ich bei der Asche noch nicht parat gehabt. Wer mal Jack Daniel’s pur probiert hat, der wird sich an diesen kratzigen Kohlegeschmack erinnert f├╝hlen.

15,94 Euro habe ich gelatzt, aber normalerweise w├Ąren sogar 18,75 Euro f├Ąllig geworden. Ich sprach ja schon an, dass Jackie O’s preislich ordentlich zugelegt haben. F├╝r fast 19 Euro w├Ąre es mir auch zu teuer gewesen, da h├Ątte ich dann gepasst. F├╝r knapp 16 Euro ist es nur bedingt billiger, aber passt f├╝r mich schon eher, obwohl ich trotzdem eher nur 10-12 Euro daf├╝r auf den Kassentisch legen w├╝rde.

Von der Nuss allgemein schmecke ich wenig, ich bilde mir schon ein zu wissen, wie Walnuss zu schmecken hat, aber im fl├╝ssigen Br├Ąu kann ich diese nicht identifizieren.

Bewertung auf
ratebeer: 99 Punkte / 3.96 Punkte
untappd: 4.33/5 Sterne


Hallo, wir sind

Die Crafter

Zwei Kollegen aus L├╝beck probieren sich durch verschiedenste Sorten Craft Beer und bewerten diese nachvollziehbar und ohne gro├čen Schnickschnack.
Ehrlich, echt, typisch norddeutsch.


Flaschenpreis: 15,94 ÔéČ

Unsere Bewertung

  • Aroma:
  • Aussehen:
  • Geschmack:
  • Preis/Leistung:
  • Gesamt:

Ich w├╝rde dieses Bier wieder kaufen: Ja

Begr├╝ndung:

nur nicht f├╝r 18-19 Euro


Empfiehl uns gerne weiter!

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