La Trappe – Quadrupel Oak Aged Batch #39 (Niederlande)

La Trappe - Quadrupel Oak Aged Batch #39

La Trappe – Quadrupel Oak Aged Batch #39

Review: #276 (14.05.2021)

Was freue ich mich besonders auf dieses Freitagsbierchen nach dem Vatertag. Ich l├╝ge nicht, wenn ich behaupte, dass ich so eine Flasche schon damals h├Ąufiger kaufen wollte, aber da schreckten mich ├╝ber 15 Euro noch zu sehr ab. In 2020 darf ich daf├╝r dann allerdings zur Bestrafung auch direkt 18,25 Euro hinbl├Ąttern, was ich nicht gerne getan habe, aber ich wollte endlich das Quadrupel Oak Aged probieren. Das normale Quadrupel von La Trappe habe ich schon diverse Male getrunken und f├╝r gut befunden, da kostet die Flasche im direkten Vergleich aber um die 2 Euro. Die Flaschengr├Â├če bleibt bei 375ml nur sind fast 17 Euro Aufpreis enthalten, da muss und werde ich herausfinden, ob so ein gewaltiger Unterschied sich am Ende des Tages lohnt. Die dicke Pappschachtel, die einem dazu geliefert wird, sieht zwar hochwertig und exklusiv auf, aber ich wei├č ja erstmal nicht…

Zuerst gibt es jedoch einen kleinen Exkurs zum Quadrupel und Trappisten.

Das Quadrupel, auch Quad genannt, wird und darf nur von Trappistenm├Ânchen in Kl├Âstern gebraut werden. Interessant ist, dass unter den wenigen weltweit bestehenden Trappistenkl├Âstern, La Trappe 1991 die ersten offiziellen Quads herstellte. Bei diesen Bieren handelt es sich definitiv um keine riesig gro├če Massenware. Au├čerdem besitzt das La Trappe noch das Authentic Trappist Product Label, als eine der wenigen Trappistenbrauereien (12 St├╝ck weltweit, die ich einmal auflisten m├Âchte:

  • in Belgien sind es: Achel, Chimay, Orval, Rochefort und Westmalle
  • Niederlande: La Trappe und Zundert
  • Gro├čbritannien: Mount St. Bernard
  • Italien: Tre Fontane
  • ├ľsterreich: Stift Engelszell
  • USA: Spencer

Hierf├╝r muss das Bier/Produkt folgende 3 Kriterien erf├╝llen, um von dem Internationalen Trappisten Verband die Best├Ątigung f├╝r die Nutzung des Logos zu erhalten:

  • das Bier muss in einer Abtei (Abbey) hergestellt werden und das von Zisterziensern (Trappisten)
  • dazu muss es noch von oder unter der Kontrolle seiner M├Ânche gemacht werden
  • zu guter Letzt muss der/die Ertrag/Einnahmen in soziale Arbeiten aufgewendet werden, wenn die Bed├╝rfnisse der Klostergemeinschaft erreicht sind

Jedes Jahr kommen diverse Batches auf den Markt. Bei mir soll es mit Batch 39 nun endlich auf ein Aufeinandertreffen hinauslaufen. Die Batches sind immer unterschiedlich zusammengesetzt, kehren in vielen F├Ąllen nach ein paar Batches immer mal wieder erneut auf. H├Ąufiger wurde das Bier in F├Ąssern von Cocgnac, Wei├čwein, Rotwein, Cachaca und Bourbon gereift.

Das Batch 39 hingegen gab es in dieser Form glaube ich noch nie. Das Bier wird am Ende geblendet, aber besteht zu 71% aus Jameson Sherry Cask Whisky, 18% Speyside Sherry Cask Whisky, 5,5% New Oak High Toast 2018, 5,5% New Oak Medium Toast 2018. Die Lagerdauer wird bedauerlicherweise nicht verraten.

Infos:
Alkoholgehalt: 11%
IBU: 16
Inhalt: 0,375 l

kcal: 330
Batch: 39
Herkunft: Niederlande

Etikett/Aussehen:

Am Etikett gibt es nichts gro├čartiges zu sehen, da setzen die M├Ânche meistens gar nicht so den gro├čen Wert drauf, sondern eher auf den Inhalt. Was es hier besonders macht, ist dann die Pappschachtel, am Rand wird die ├ľffnung mit der Fasszusammensetzung versiegelt. Die Flasche besitzt keinen Kronkorken, sondern einen richtigen Korken.

Zutaten:

  • Glukosesirup

Geruch/Aromen:

Geruchlich muss man beim Quadrupel immer intensiv suchen, finde ich. Es riecht s├╝├č, Malz, Karamell, Whisky, Sherry, also fruchtig. Eigen mit dem Sherry, da ich das so nicht kenne, aber es ist mein erstes Quad welches in F├Ąssern reifte, die zuvor Sherry in sich trugen. Holzige Noten lassen sich riechen. La Trappe selbst beschreibt das Aroma mit Birne und Waldfr├╝chten. Joa, wenn man mir die Birne nennt, k├Ânnte ich sie finden, aber bei den roten Waldfr├╝chten w├╝rde ich eher mitgehen. Auf jeden Fall ist da viel Eiche in der Nase, was sich toll mit den Waldaromen kombiniert und dem Sherry. Der Geruch von allem ist sch├Ân weich, wenn auch intensiv.

Geschmack/Aussehen:

Typisch f├╝r die Belgier und Niederl├Ąnder gibt es Zucker im Bier, hier ist es speziell Glukosesirup welcher sich in Alkohol umwandelt.┬áWie vertragen sich nun der Ire und der Schotte im Glas?

Ich finde sie vertragen sich wahnsinnig gut. Mundgef├╝hl kennt man bei diesem Bierstil einfach, es ist sprudelig, sektartig, weil so viel Kohlens├Ąure enthalten ist und die Hefe hinterl├Ąsst immer diesen Geschmack von Sekt. Der K├Ârper ist erstaunlich schwer und ├Âlig. Er liegt f├╝r mich im Bereich medium bis voll, was ich dem Sherry zugute schreibe. Vom Geruch her w├╝rde ich das Bier eine Spur schlanker vom K├Ârper her erwarten. Beim Geschmack geht es ebenfalls stark und voll zur Sache.

Selten oder nie beschreibe ich die Farbe vom Bier, was soll man da aber auch immer wieder pechschwarz und Licht undurchl├Ąssig erw├Ąhnen? Ein Quadrupel ist immer dunkel, schlammig, aber l├Ąsst das Licht noch durch. Beim Batch 39 gibt es ein sch├Ânes dunkles Rot zu sehen, was man bei Sherry genau erwartet, jedoch ist es sch├Ân anzuschauen.

Ich hatte ja sowieso schon Angst dieses Bier zu reviewen, denn Dubbel, Triple, Quadrupel finde ich in der Regel immer sehr schwer zu umschreiben. Es ist jetzt nicht so, als ob man es mir heute leichter machen w├╝rde, aber der Sherry gibt der Geschichte mehr Hand und Fuss. Und es gibt Hilfe durch die Notizen von La Trappe selbst.

Dass der Geschmack im Mund am Anfang etwas scharf wird, best├Ątige ich. Verdammt, ist das mal wieder schwierig.

Ja, der Start bietet im Prinzip nur diese scharfe Note und dann geht es direkt in den Mittelteil ├╝ber. Im Mittelteil bekommt man daf├╝r direkt die Holzlatte gegen den Kopf geworfen. Es gibt wirklich sehr viel Eiche im Geschmack, kr├Ąftige Eiche, Whisky f├Ąllt auch im Geschmack ab, dort bemerkt man schon den sehr fruchtigen Geschmack, welchen Whisky und Sherry hinterlassen haben.

Der Gaumen muss sich an das viele Holz erstmal gew├Âhnen und damit vertraut machen. Das Oak Aged hat ja nun auf dem Papier nur 16 IBU, aber das Holz hat deutlich Tannine am Bier abgegeben und es wird recht bitter, da w├╝rde ich wohl locker 75 IBU nennen, wenn man nach einem Sch├Ątzwert fragt. La Trappe schreibt das nach mehreren Schluck wird der Geschmack weicher wird, ich finde der Geschmack bleibt auch nach 0,1l genauso stark und intensiv.

Es gibt ein wenig Vanille, viel Frucht, was wieder an die Waldfr├╝chte erinnert, die Birne w├╝rde ich an dieser Stelle weniger vorfinden wollen, daf├╝r gibt es viel Sherry.

Junge, was f├╝r ein Brett. Ich gebe zu, man gew├Âhnt sich an die kr├Ąftige Eiche und sie wird auch mit der Zeit weicher, aber sie bleibt unverkennbar vorhanden. Der Geschmack von Whisky und Sherry verbindet sich wunderbar miteinander. Mit der Zeit wird im Geschmack mehr S├╝├če durchgelassen. Durch die kr├Ąftigen Tannine f├╝hlt man sich an verbranntes Karamell mit einem Tick von Honig erinnert.

Den Alkohol wollte man offensichtlich nicht verstecken, denn dieser ist sehr pr├Ąsent vorzufinden. Ich habe das normale Quadrupel nicht im Kopf, aber das kam mir weniger alkoholisch vor. Dazu hat man die gesamte Zeit dieses sprudelige Mundgef├╝hl. Mein Gott, wie ich diese hohe Karbonisierung einfach hasse. Fr├╝her habe ich deutlich lieber solche Biere getrunken, aber ich liebe mittlerweile meine dunklen Motor├Âle mit wenig bis gar keiner Kohlens├Ąure. Immerhin schmecke ich nicht diesen ekelhaften Sektgeschmack, daf├╝r signalisiert mir mein Gedankengang Kr├Ąuter und Esther.

Zum Ende hin gibt es das versprochene Lakritz. Dazu gesellt sich ein wenig vom Sherry. Ich finde das Oak Aged ist zwar nicht komplex, aber es ist ein schmackhaftes, ausgewogenes und intensives Bier, welches durch den Geschmack von Sherry deutlich geupgraded wurde. Typisch trocken wird es durch das viele Holz.

Schlussendlich muss ich den Preis gegen├╝berstellen und 16 Euro Aufpreis sind mir f├╝r den Geschmack am Ende zu wenig, dann kann ich mir lieber 8 vom normalen Quadrupel kaufen. Die Erfahrung habe ich gerne mitgenommen und ich bereue den Kauf nicht, ich ├Ąrgere mich auch nicht, aber 10, 11, 12, 13, 14 Euro h├Ątten es auch getan.

Bewertung auf
ratebeer:
untappd: 4.39/5 Sterne

mein Score: ~4.35


Hallo, wir sind

Die Crafter

Zwei Kollegen aus L├╝beck probieren sich durch verschiedenste Sorten Craft Beer und bewerten diese nachvollziehbar und ohne gro├čen Schnickschnack.
Ehrlich, echt, typisch norddeutsch.


Flaschenpreis: 18,25 ÔéČ

Unsere Bewertung

  • Aroma:
  • Aussehen:
  • Geschmack:
  • Preis/Leistung:
  • Gesamt:

Ich w├╝rde dieses Bier wieder kaufen: Nein

Begr├╝ndung:

der Preis hat es in sich, wenn auch es lecker ist.

~4.35


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