Goose Island – Bourbon County Brand Stout (2019) (Vintage)

Goose Island - Bourbon County Brand Stout (2019)

Goose Island – Bourbon County Brand Stout (2019)

Als wir auf Instagram einen kleinen Meilenstein erreicht, posteten wir ein Foto vom Lervig – 3 Bean Stout BA Bourbon und uns wurde die Frage gestellt: „Wie wollt ihr das denn noch toppen?“. Unsere Antwort lag darin, dass es noch viele weitere tolle Biere gibt und geben wird. Heute wird das höchstwahrscheinlich so ein Fall werden, denn heute soll es ein legendĂ€res Bourbon County Brand Stout von der Goose Island Brauerei geben. Es gibt wenige Biere, die so frenetisch, manisch gefeiert und gehyped werden, wie es beim Bourbon County Brand Stout geschieht. Und das, obwohl die Großbrauerei ziemlich kontrovers ist, seitdem sie eine Tochtergesellschaft der Anheuser-Busch InBev darstellt.

Erstmal sitzt die Brauerei in Chicago, Illinois. Dort begann man 1988 im Lincoln Park, Chicago alleine zu brauen, als John Hall eben diese eröffnete. Den Namen Goose Island gab man ihr, weil sie in der NĂ€he einer Insel liegt, die eben Goose Island heißt. Anfang der 2000er, nĂ€mlich 2006 wurde ein Teil der Brauerei an die Widmer Brothers Brewery verkauft, somit konnte man auch in verschiedene MĂ€rkte expandieren. 2011 geschah dann der grĂ¶ĂŸte und kontroverse Punkt in der Geschichte von Goose Island, soweit das sogar der Braumeister Greg Hall (der Sohn von John Hall) wutentbrannt das Handtuch warf, denn man verkaufte die Firma an AB InBev. AB InBev ist so gesehen die grĂ¶ĂŸte Brauerei der Welt, denn man beschĂ€ftigt ĂŒber 170.000 Mitarbeiter, man hat 260 Brauereien gekauft, die in ĂŒber 150 LĂ€ndern verteilt sind. Diese Firma besitzt fĂŒr viele nicht den besten Ruf und selbst das Bewertungsportal ratebeer hatte man aufgekauft, weshalb viele Brauereien ihre Biere fortan nicht mehr auf ratebeer reinstellten oder löschten und auch ein großer Teil der GĂ€ste war verĂ€rgert, aber das soll es mit den Informationen zu AB InBev auch gewesen sein.

Das BCBS (Bourbon County Brand Stout) wurde 1992 zum ersten Mal gebraut. Es wurde zur Feier des 1000. Batches gebraut. Heute, springen wir zu 2019 zurĂŒck, befinden wir uns im 15. Jahr, indem man das berĂŒhmte BCBS braut. Das „normale“ BCBS kann man ĂŒbrigens am einfachsten erlangen, es gab 2019 allerdings insgesamt 8 verschiedene Versionen (außerdem gibt es ein Vintagepaket, worin das BCBS 2017/2018/2019 enthalten sind), wenn man das normale BCBS hinzuzĂ€hlt und an diese gelangt man durchaus schwieriger. Hier ist aber mal ein Bild aus 2018, wo tausend und mehr Menschen vor einem Supermarkt auf die Öffnung des Ladens warten. Auch am Blackfriday warteten 2018 um die 2000 Menschen direkt vor der Brauerei. Solche Schlangen lassen sich mittlerweile im ganzen Land finden und es reisen Leute sogar extra aus Schweden oder sonst woher fĂŒr ein Wochenende an, nur um sich Flaschen davon zu sichern, weil viele Shops schon direkt ausverkauft sind.

Ganz so billig ist der Spaß dann aber auch nicht, ich habe ebenfalls fĂŒr zwei Flaschen inklusive Versand um die 50 Euro hingeblĂ€ttert. In den USA selbst liegt eine Flasche bei 25 Bucks, wie man es typisch amerikanisch ausspricht. Was die anderen Flaschen zum Teil kosten weiß ich nicht, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass alle das gleiche Geld kosten, da die Biere schon speziellere FĂ€sser und Lagerdauern erhalten. Ein kleiner Wermutstropfen ist, dass die Flaschen eine FĂŒllmenge von 50 cl besitzen. Das 2019er Release wurde in verschiedenen FĂ€ssern gereift, wir haben da Heaven Hill, Buffalo Trace und Wild Turkey, aber eine Angabe zur Dauer der Fassreifung hat man weggelassen.

Ob fĂŒr mich dieser hohe Preis gerechtfertigt sein wird? Oder bleibe ich hinterher doch enttĂ€uscht zurĂŒck? Das werdet ihr erfahren, wenn ihr weiterlest, aber vorher gibt es noch die Eckdaten. Anscheinend gibt es das Bier auch in 14,7%, ich habe allerdings die mit 15,25% zugeschickt bekommen.

Infos:
Alkoholgehalt: 15,2%
IBU: 60
Inhalt: 0,5 l 

kcal: 
Herkunft: USA

Etikett/Aussehen:

Zum Etikett kann man fast gar nichts sagen, denn die Flasche ist fast komplett nackt. Die dunkle, braune Glasflasche erhĂ€lt im Glas den Namen Goose Island + Logo eingeprĂ€gt. Am Flaschenhals gibt es dann quasi ein Etikett, welches ein kleines FĂ€hnchen besitzt. Auf dem Minietikett ist alles wichtige enhalten, Name der Brauerei und Logo und der Jahrgang wird in einer Handschrift verewigt. Geil wĂ€re es, wenn der Jahrgang wirklich von Hand drauf geschrieben wĂ€re, aber das wĂŒrde den Rahmen glaube ich sprengen.

Zutaten:

Geruch/Aromen:

Von der Nase punktet das Bier auch direkt. Viel Malz, viel Bourbon mit Vanille, Karamell, Holz, Lakritz, Kakao, Kaffee. Und diese Aromen sind alle fett und prÀsent, manche weniger und manche mehr davon. Eine Note die ich erst spÀter wahrnehme ist Kokosnuss.

Geschmack:

So, nun soll es also soweit sein. Wir trinken also den ersten Schluck des Edelbieres, wobei ich möchte das glatt mal hier erwĂ€hnen. Die Buddel kostet zwar stolze 20 Euro, aber es sind auch 0,5l enthalten. Wir kennen ja alle unsere normale TrinkgrĂ¶ĂŸe und die liegt bei Craftbier ĂŒberwiegend bei 0,33l, von daher kann ich eigentlich 8 Euro abziehen und dann liegen wir bei moderaten 12 Euro, die ich durchaus gewillt bin, fĂŒr ein geiles BA Imperial Stout zu zahlen.

Heaven Hill, Buffalo Trace und Wild Turkey FĂ€sser wurden verwendet und diese schmeckt und spĂŒrt man in jeder Pore. Ich möchte auch direkt einen Vergleich anstellen, denn ich weiß nicht warum mir mein Kopf es sofort signalisiert, aber das Bier erinnert mich direkt an das Parabola von Firestone Walker und das bedeutet nur gutes. Die drei BourbonfĂ€sser lassen es nicht zu dem Bier einen vollen Körper zu geben, dass Bier wirkt direkt schlanker, obwohl es natĂŒrlich medium bis voll ist, aber die Nadel zeigt eher in Richtung von medium. Sehr ölig ist die Angelegenheit auch.

Ja, aber was kommt nun im Geschmack herum? So einiges…oder doch schon sehr viel, versuchen wir es mal ansatzweise zu sortieren.

Mit dem ersten Schluck…hmm…es Ă€hnelt schon fast einem Blackout, ich tue mich echt schwer…

Malz ist am Start, direkt SĂŒĂŸe und dann geht es schnell rund. Schokolade findet man, aber dann kommt Kaffee, Kokos und auf einmal wird alles weggesprengt von holzigen Fassnoten, es rauscht der Bourbon mit Vanille drĂŒber. Und ja, die versprochenen Aromen von Karamell, Leder & Tabak. Die Mandel kann ich jetzt nicht so ausmachen. Und wow, eigentlich habe kaum bis gar nichts geschrieben.

Die Aromen sind richtig schön satt und voll. Der heimliche Star im Bier ist aber die Lakritze, denn diese ist meiner Meinung nach zusammen mit dem Bourbon schon recht dominant. War das Bier zu Anfang auch noch gut sĂŒĂŸ, kommen dann die Tannine vom Fass und es rollt ein ĂŒppige Bitterkeit ĂŒber die Zunge, die sich fĂŒr 60 IBU nicht sehen lassen kann. Ich werde an diesem Punkt nicht mehr versuchen aufzudröseln, sondern nur noch das was mir in den Kopf kommt, weil ich ansonsten nicht weiterkomme.

Was ab dem Zeitpunkt einsetzt, wenn die Bitterkeit anfĂ€ngt zu dominieren, ist ein trockener Charakter der ebenfalls den BourbonfĂ€ssern geschuldet ist, manch einer stört sich daran, aber fĂŒr mich passt es. Ebenfalls setzt hier dann meist auch ein wĂŒrziger Charakter ein und so ist es auch hier. Es ist ein klasse Stout, wie man es eben kennt. Heaven Hill kenne ich zumindest von der Fasslagerung (hatte mir bisher immer gut gefallen), Buffalo Trace hingegen habe ich mir gerade erst eine Flasche von zugelegt und ich finde direkt eine Note wieder, die ich auch beim reinen Bourbon finde, es ist fruchtige Note, ein sĂŒĂŸer Apfel. Ja das Bier hat auch einen fruchtigen Touch durch die FĂ€sser gewonnen und das ist eindeutig der sĂŒĂŸe Apfel vom Buffalo Trace. Den Wild Turkey hatte ich mal vor Ewigkeiten probiert, da fĂ€llt mir aber nur noch eine pfeffrige Note zu ein, die ich hier im Bier hingegen nicht finde. Der Nachgeschmack ist wirklich lange und gaaaaaaaaaaanz am Ende kommt dann auch erneut SĂŒĂŸe und Schokolade.

Wie dem auch sei das Bier hat sich ordentlich mit Bourbon vollgesogen. Was damit auch einhergeht ist eine gewisse boozyness. Es hinterlÀsst schon wie gestern ein leichtes brennen in der Kehle und es wÀrmt direkt von innen, aber gerade das steht diesem Bier wie ich finde. Beim Brennen könnte ich mich auch auf verbranntes Karamell einigen oder die verbrannten Noten aus dem Eichenfass. Ein Leichtgewicht ist dieses Bier mit Sicherheit nicht, alleine die 15,2% versprechen einem einen Ritt. Das Bier hier ist noch weitab von einem ausbalanciertem Bier (Ecken und Kanten), es ist eher ein wildes Pferd, welches erst mit der Zeit gezÀhmt werden will.

Mein GlĂŒck ist das ich mir zwei Flaschen besorgt habe und ich werde die andere Flasche ganz bestimmt noch ein paar Jahre im Keller liegen lassen und mal gucken was es dem Bier bringt, vielleicht schreibe ich dann auch erneut eine Review.

Gerne wĂŒrde ich in der Zukunft auch mal an eine andere Version dieses grandiosen Bieres erhalten, aber ich werde wohl

Krone:

TatsÀchlich gibt es zu Anfang eine Krone, was ich bei 15% aufwÀrts ja eher kaum bis gar nicht erwarte, es verbleibt sogar ganz gering Schaum, ansonsten reduzierte er sich schon sehr schnell darauf.

Battle of the weekend:

BCBS 2019

Bewertung auf
ratebeer:  100 Punkte 4.34/5 Sternen bezieht sich allerdings auf diverse JahrgÀnge
untappd: 4.5/5 Sterne

Empfiehl uns gerne weiter!


Hallo, wir sind

Die Crafter

Zwei Kollegen aus LĂŒbeck probieren sich durch verschiedenste Sorten Craft Beer und bewerten diese nachvollziehbar und ohne großen Schnickschnack.
Ehrlich, echt, typisch norddeutsch.


Flaschenpreis: 20,00 €

Unsere Bewertung

  • Aroma:
  • Aussehen:
  • Geschmack:
  • Preis/Leistung:
  • Gesamt:

Ich wĂŒrde dieses Bier wieder kaufen: Ja


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