De Moersleutel – Three Years Dessert (Niederlande)

De Moersleutel – Three Years Dessert

De Moersleutel – Three Years Dessert

Von den verrĂĽckten BrĂĽdern aus Alkmaar habe ich mittlerweile schon eine Menge in den Warenkorb gepackt und bisher wurde ich nur selten enttäuscht. Ich glaube sogar, dass mich nur das Mexicake nicht so sonderlich ĂĽberzeugen konnte, der Rest war immer gut bis top. Im Dezember gab es das Three Years Dinner ins Glas, welches mir ganz gut gefallen hat. Heute (22.02.2020) soll es also den „größten“ Bruder aus ihrer Trilogie geben, wobei ich nur das Three Years Diner & Dessert einkaufte. Alle drei Versionen waren auch unterschiedliche Stile

  • Three Years Aperitiv / Sour Berliner Weisse
  • Three Years Dinner / BA Imperial Coffee Stout
  • Three Years Dessert / Freeze Distilled Imperial Milk Stout

Ich glaube so eine Art „Eisbockvariante“ eines Imp Milk Stouts gab es fĂĽr mich noch nicht, aber Milk Stouts stehen bei mir generell nicht ganz so hoch im Kurs, weil sie doch schon heftig in der SĂĽĂźe sein können, aber es gab da auch schon den ein oder anderen Vertreter den ich durchaus schmackhaft fand. Das Bier wurde zum dreijährigen Bestehen der Brauerei gebraut und zelebriert.

Feiern können sie die Holländer *yeeah yeeeeah ooohh always hardcore*, denn man braute ein 17% starkes Bierchen ein. Da bin ich mal gespannt, ob man diese Dose auch gut alleine trinken kann oder man direkt einen Zuckerschock erleidet. Meiner Meinung nach waren diese Dosen auch schnell vergriffen. De Moersleutel blieb auch seine Linie treu und wählte keine kleinere Dose, sondern den üblichen 440 ml.

Infos:
Alkoholgehalt: 17%
IBU: –
Inhalt: 0,44 l

kcal: 510
Herkunft: Niederlande

Etikett/Aussehen:

Explizit bei dieser Reihe hat man sich wirklich Gedanken beim Design gemacht und auch das Three Years Dessert hat ein schönes erhalten. Zu sehen bekommen wir eine Eislandschaft und wie beim Diner gibt es die grĂĽnen Schlangenarme, die dieses Mal aber Roboterarme / Maschinen angreifen. Ein paar purpurne HĂĽgel und einen Mond gibt es noch. Links könnte unsere Hauptfigur vom Diner liegen, allerdings nur noch in Skelettform und mit einer Sprechblase: „HI I’M DEAD“. Insgesamt ist es sehr farbenfroh, durch diverse Blau und GrĂĽntöne. Oben links wird der Name des Bieres, den Zutaten etc. niedergeschrieben.

Zutaten:

  • Lactose
  • Vanille

Geruch/Aromen:

Der Geruch zeigt sich malzig, Süße, Zucker. Als letzte Zutat, die meine Nase erkennen kann und möchte, ist noch ein Hauch von Vanille, dann wird es aber eng. Man kann jetzt auch nicht sagen, dass der Geruch super kräftig wäre. Nein, ich würde an dieser Stelle stoppen wollen und direkt mit dem Geschmack weitermachen.

Geschmack:

Mit dem ersten Schluck werden die Schultern leichter, denn im Geschmack überzeugt das Bier von der ersten Sekunde an. Auf untappd hat das Three Years Dessert auch stolze 4.35 Punkte, was schon hoch anzusiedeln ist, auch wenn da noch viel Luft zur 5 ist, als Indikator kann man es jedoch nutzen, was ich persönlich auch gerne mache, obwohl es da auch schon Ernüchterung gab.

SĂĽĂźe, SĂĽĂźe, SĂĽĂźe… Ja hier bekommt man, was man erwartet… (fast „leider“). Bei so einem Milk Stout / Pastry Stout / Freeze Distilled Bier aka Eisbock erwartet man a) viel SĂĽĂźe und b) einen vollen und kräftigen Geschmack. Wieso b), weil das Bier in einem aufwändigen Verfahren eingefroren wird und dann wieder aufgetaut wird. Das Wasser filtert man dabei heraus und reduziert quasi den Sud ein. Das ähnelt auch dem Einreduzieren beim Kochen, die FlĂĽssigkeit wird weniger, aber der Geschmack wird stärker/kräftiger.

Ich bin ehrlich, es ist zwar ordentlich süß, aber ich finde es zum jetzigen Zeitpunkt noch einigermaßen vertretbar, mal sehen wie es ausschaut, wenn sich das Bier auf Zimmertemperatur erwärmt. Bei sagenhaften 17% und 440 ml werde ich auch eine gewisse Zeit an diesem Bier sitzen. Der Rest der Dose wurde in den Kühlschrank gestellt. Man darf erwähnen, dass schon die ersten Schlucke direkt von innen wärmen und in den Kopf schießen.

Man, wann fängt der endlich vom Bier an zu reden…

Geduld meine Lieben, ich habe hier einen Brocken im Glas, den zelebriere ich dann doch mal mehr.

Was gibt es also?

Der Körper ist richtig voll und schwer, gleiches lässt sich über den Geschmack sagen, was anderes hätte ich aber auch nicht erwartet. Ölig und cremig fährt es die Speiseröhre hinunter. Den Anfang darf geröstetes Malz machen. Sowohl die Restmalzsüße, als auch die Lactose steuern aber sofort viel Süße hinzu. Man kommt nicht herum zu sagen, dass die Süße die röstigen und bitteren Noten komplett in Schach hält, wobei gerade nach hinten heraus doch die Röstaromen im Vordergrund stehen. Die Süße wird mit Erwärmung auch stärker, hier kann man auf eine ganze Fuhre Rohrzucker blicken. Das wird definitiv nicht für jeden etwas sein.

Zu den bisherigen Noten setzt im Mittelteil ein Mix aus Milchschokolade und Zartbitterschokolade ein. Auch die Vanille bringt sich mit ein.

Von den 17% merkt man fast jedes Prozent einzeln. Der Alkohol möchte sich kein Stück verstecken, fällt aber zu keinem Zeitpunkt negativ auf oder mindert das Trinkerlebnis. Ansonsten findet man hier noch diverse Noten, das Karamell darf z. B. auch mal wieder nicht fehlen und Sirup ist dabei. Beim Alkohol kann man auch sagen, dass sich eine leichte Chilischärfe bildet, ja es wird tatsächlich leicht scharf, was mich dann aber auch an Zimt erinnert.

Dann wendet sich das Blatt aber noch und man bekommt tatsächlich den Geschmack von Lakritz zu schmecken, ich würde sogar eine leichte Salzigkeit schmecken wollen. Was mir ebenfalls von Anfang an aufgefallen ist, ich dann aber erstmal ignoriert hatte, war eine fruchtige Note und ja, ich finde hier auch Rosinen im Geschmack wieder.

Beim Geschmack kann man wirklich nicht meckern, hochgradig schwer, nussig, ölig und komplex, aber die Laktose macht das Bier richtig weich, samtig und cremig.

Jetzt habe ich doch glatt vergessen, ab wo das Ende einsetzt, aber das ist auch fast egal. Im Vordergrund ist die Schokolade und die gibt es von Anfang bis zum Ende hin. Das Ende wird meines Erachtens sogar trocken? Ein paar Rezensenten wollen auch holzige Noten finden, aber dieses Bier ist nun ohne Fassreifung. NatĂĽrlich kann ein Bier auch ohne Fassreifung trocken werden, aber ich bin doch ein kleines bisschen ĂĽberrascht.

Der Nachgeschmack ist auch länger zugegen.Viele beschwerten sich über zu wenig Kohlensäure, da kann ich jetzt überhaupt nicht einstimmen, mein Bier ist mit genügend ausgestattet.

Als Fazit bleibt für mich zu sagen, dass dieses Bier zum Jubiläum vollkommen gelungen ist, aber auch nicht jedermanns Sache sein wird. Ein Dessert mit jeder Pore und mit 510 kcal ein vollwertiges Essen.

Es ist fast ein wenig schade, dass wir keinen so richtigen Winter mehr bekommen. Bei -10° wĂĽrde ich sagen, dass es noch besser passen wĂĽrde, aber ich hätte auch kein Problem damit das Bier im Hochsommer zu vertilgen – dann aber erst zu später Stunde.

Krone:

Freiwillige vor? RICHTIG, COLA. Es sind eben 17% Alkohol, was soll sich da bitte noch bilden 🙂

Bewertung auf
ratebeer: 99 Punkte 3.87/5
untappd: 4.35/5 Sterne

Empfiehl uns gerne weiter!


Hallo, wir sind

Die Crafter

Zwei Kollegen aus LĂĽbeck probieren sich durch verschiedenste Sorten Craft Beer und bewerten diese nachvollziehbar und ohne groĂźen Schnickschnack.
Ehrlich, echt, typisch norddeutsch.


Flaschenpreis: 10,95 €

Unsere Bewertung

  • Aroma:
  • Aussehen:
  • Geschmack:
  • Preis/Leistung:
  • Gesamt:

Ich wĂĽrde dieses Bier wieder kaufen: Ja


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