Laugar x Perro Libre – Braskadi (Spanien/Brasilien)

Laugar x Perro Libre – Braskadi

Unsere heutige Reise (08.09.2019) fĂŒhrt uns in zwei LĂ€nder. Das Braskadi wurde von Laugar aus Spanien (Bilbao), in Kollaboration mit Perro Libre aus Brasilien kreiert. Ein Bier auf das ich mich wirklich richtig freue und auch echt gespannt bin. Beim Braskadi handelt es sich nĂ€mlich um ein Russian Imperial Stout, welches mit Schokolade und Rosinen (und Palo Santo Holz eingebraut) wurde bzw. wird das Holz spĂ€ter dem Sud hinzugefĂŒgt und auf dem Holz noch reifen lassen.

Palo Santo habe ich bisher noch nie gehört, aber es hat die Bedeutung „Heiliges Holz“. Die Herkunft ist aus Peru und Ecuador und es wurde von den Indianern verwendet. Die nutzten es als Allheilmittel oder zum Vertreiben von bösen Geistern, indem man es anzĂŒndete und den Raum mit dem Rauch reinigte.

Wer sich dazu ein wenig genauer einlesen möchte, der klickt hier Palo Santo und Palo Santo 2.

Infos:
Alkoholgehalt: 10,5 %
IBU: 35
Inhalt: 0,33 l

Kcal: 315
Herkunft: Spanien/Brasilien

Etikett/Aussehen:

Auf der Flasche sind nur zwei Paar HÀnde abgebildet, wÀhrend das rechte Paar eher wie ein paar HÀnde nicht von dieser Welt aussieht, sieht das linke Paar menschlich aus. Das eine Paar reprÀsentiert die gute und das andere die böse Seite. Aufgrund der Kollaboration wollen sich aber beide Paare vereinen. Dazu gibt es noch die Flaggen von Brasilien und Bilbao.

Zutaten:

  • Haferflocken
  • Bio-Kakaonibs
  • Palo Santo Holz
  • Rosinen (aus Bilbao)

Geruch/Aromen:

Halten wir wie gewohnt den Riechkolben in das Glas: So habe ich ein Stout noch nie gerochen. Es ist ein ungewohnter Geruch. Der erste Gedankengang neben der SĂŒĂŸe und geröstetem Malz geht dann zu unbekannter Holznote, Kakao/Kokosnuss ĂŒber. Im Endeffekt also ein holziges Bounty, sehr speziell in der Nase die ganze Angelegenheit, was mir aber gefĂ€llt. Mit der weiteren ErwĂ€rmung rieche ich hier noch salziges Lakritz. Ich wiederhole mich, so hat sich mir ein Bier im Glas noch nie gezeigt.

Geschmack:

Okay, im Geschmack ist dieses Bier fĂŒr mich ebenfalls einzigartig und super speziell. Ich habe das Bier bewusst lĂ€nger im Mund behalten und dort macht sich diese salzige Note bemerkbar.

Der erste Schluck geht hinunter… Krass… Ich bin irgendwie ĂŒberfordert. Körper und Geschmack sind jeweils voll. Ein malziger Start wie immer, SĂŒĂŸe, danach sofort von der Schokolade gefolgt und dann wird es wirr, schwierig und die Noten ĂŒberschlagen sich. Das Bounty zeigt sich mit dem Schoko/Kokos fĂŒr einen Bruchteil durch das Wolkenfeld, wird dann aber sofort von dem Holz abgelöst.

In diesem Bier spielt dieses spezielle Holz wirklich eine tragende Rolle. Es ist fĂŒr mich ein Mix aus verbrannten Noten, Röstaromen, Bitterkeit und holzigem Geschmack. Hier ist auch noch kurz Platz fĂŒr das Salmiak. Ist da auch noch Menthol? Ja!

Am Ende zeigt sich das Braskadi richtig trocken und die Schokolade, ebenfalls ist die Bitterkeit richtig stark vertreten. Ich bin echt verblĂŒfft, wie heftig bitter es sich fĂŒr 35 IBU prĂ€sentiert. Es wĂ€re mal gut zu wissen, ob das Holz auch in Brand gesteckt wurde, vom reinen Geschmack her wĂŒrde ich das vermuten, ansonsten ist es ĂŒberragend, was dieses Holz an das Bier abgibt. Solche intensiven und krĂ€ftigen Noten hatte ich bisher bei noch keinem anderen Bier zuvor. Man beißt quasi in flĂŒssiges Holz.

RĂŒckblickend beschĂ€ftigt mich dieses Bier auch heute noch (21.09.2019). Es geht mir schon nicht aus dem Kopf, wie unglaublich prĂ€sent diese ganzen Aromen und Facetten waren, ich kann es fast wieder schmecken, wenn ich nur daran denke. Was mir immer wieder in den Kopf kommt, ist dass bei diesem Bier auch Ă€therische Öle eine tragende Rolle gespielt haben, die doch ein wenig negativ ins Gewicht fielen. Die hohe Wertung vertrete ich aber weiterhin, einfach weil es sich um ein super spannendes Bier handelt.

Von der fruchtigen Rosine kann ich aufgrund des Holzes nicht viel finden, es ist zwar eine leichte Fruchtigkeit vorhanden, aber sie ist fĂŒr mich nur dezent schmeckbar.

Was man im Bier noch findet, ist viel WĂŒrze und ja ich fĂŒhle mich an Lebkuchen erinnert, auch Zimt spielt hier eine Rolle.

Die IntensitÀt dieses Bieres ist der Wahnsinn. Von diesem Bier trinkt man an einem Abend gewiss nur eine Flasche und wahrscheinlich sogar nicht einmal noch etwas anderes. Ein wirklich höchst komplexes und forderndes Bier aus dem Hause Laugar. Diese Brauerei werde ich in der Zukunft auf dem Zettel haben. Man kann diese Flasche auch bedenkenlos mit zwei oder drei Personen teilen. Es lÀsst sich nicht einfach trinken, mit jedem Schluck möchte man den nÀchsten fast schon hinauszögern.

Mit persönlich ist dieses Bier nach gut der HĂ€lfte doch schon zu extrem. Ich sage nicht, dass ich es nicht austrinken möchte, aber ich hĂ€tte es wirklich gerne mit mehreren Personen (zumindest aber einer weiteren) geteilt. Dieses Bier verdient auf jeden Fall den Zusatz „nichts fĂŒr AnfĂ€nger“. Ein sehr eigenwilliges Bier, welches brachial und ohne Kompromisse aufwartet. Trotzdem muss man sagen, dass sich dieses Bier einfach lohnt und super spannend ist.

Krone:

Es war beim Eingießen nur Motoröl, danach bildet sich am Rand aber noch ein ganz minimaler Schaumrand.

Bewertung auf
ratebeer: 100 Punkte 4.01/5
untappd: 4.04/5 Sterne

Empfiehl uns gerne weiter!


Hallo, wir sind

Die Crafter

Zwei Kollegen aus LĂŒbeck probieren sich durch verschiedenste Sorten Craft Beer und bewerten diese nachvollziehbar und ohne großen Schnickschnack.
Ehrlich, echt, typisch norddeutsch.


Flaschenpreis: 4,95 €

Unsere Bewertung

  • Aroma:
  • Aussehen:
  • Geschmack:
  • Preis/Leistung:
  • Gesamt:

Ich wĂŒrde dieses Bier wieder kaufen: Nein

BegrĂŒndung:

Jain… Ein wirklich schwieriges, aber sehr interessantes Bier.


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