Jackie O’s – Convex Refraction (2021) (USA)

Jackie O’s – Convex Refraction

Review: #297 (27.12.2021)

Vollgefressen, kugelrund und rollend geht es in Richtung Keller, wo ein weiteres Gebräu den Weg in meinen Kelch fließen soll. Nachträglich hoffen wir das ihre alle gesund und munter die Festtage und wohl auch den Übergang in das nächste Jahr, bis euch meine Worte hier erreichen.

FĂĽr mich darf es mal wieder ein Bier von Jackie O’s aus den Staaten sein, dazu ist es eine Kollabo mit Burial Brewing (lach, so heiĂźt mein LieblingskĂĽnslter aus dem Bereich Musik).

Das Convex Refraction fand eher ungewollt den Weg zu mir, denn ich hatte ein anderes Bier bestellt und dafĂĽr dieses erhalten.

Was gibt es also schönes? Ein BA Bourbon Doppelbock-Style Lager. Sagt mir so halt erstmal herzlich wenig, dafür werden einem noch 14 Monate Reifung versprochen.

Infos:


Alkoholgehalt: 13,7%
IBU: –
Inhalt: 0,375 l

kcal: 411
Herkunft: USA

 

Zutaten:

Geruch/Aromen:

Was für ein betörender Bourbongeruch aus dem Gläschen wabert, Vanille, Kokos, Schokolade, ganz leicht Honig, Malz mit viel Süße und dann riecht es noch sehr fruchtig. Auf einen Bock oder gerade ein Lager würde ich sowas von niemals im Leben darauf kommen. Mein Tipp wäre sofort ein (Imperial) Stout und durch den fruchtigen Duft ein Russian Imperial Stout. Viel Fass schlägt einem im Duft entgegen und das schön intensiv. Da hat man direkt Bock auf den ersten Schluck.

Geschmack/Aussehen:

Solch ein dicken Doppelbock  hat man selten, zugegeben kenne ich dafĂĽr keinen „Doppel“bock in dieser Dimension von 13,7% Alkohol. Eisböcke hat es nun ein paar auf dem Markt, aber das ist eben schon wieder ein anderer Stil.

Körper ist also voll, kräftig, stark und komplex. Geschmack ist intensiv, stark und voll.

Was die Nase hergibt, bekommt man nur in einer weiteren Intensität vorgelegt. Einfach ein affengeiles Stouuuu…ähh…DoppelBOCK oder Lager? Ob Bock, Lager oder Stout, das ist mir so etwas von scheiĂźegal, denn es ist GEILOMAT!!! Den Vergleich zu einem Eisbock darf man wie ich finde ziehen, da der Geschmack einreduziert wirkt.

Typisch für ein Bock geht es malzig und süß zur Sache, was ich bei einem Stout ebenfalls erlebe. Leichte Hopfennote würde ich sagen wollen. Danach zerplatzt die Bourbonpraline am Gaumen. Viel, viel Holz, mit Bourbon und Vanille, dazu kommt Karamell / Fudge, Bitterkeit, welche versuchen die süßen Noten zu dämpfen, sich am Ende jedoch geschlagen geben müssen. Das Mundgefühl ist soooooo smooooooooooooooooooth. Meiner Meinung nach ist es ebenfalls cremig.

Einen Schokoladenpart besitzt das Bier, jedoch ist das Fass so etwas von charakterstark und einfach so groĂźartig ins Convex eingebaut. 14 Monate sind eine lange Zeit und schon häufig hatte ich solch eine Länge oder noch längere Reifezeit im Bier, fĂĽr diesen Bierstil scheint es aber einfach perfekt und wie gemacht zu sein. Vom Fass bekommt man ordentlich Wärme ab, perfekter wäre es gewesen, wenn ich dieses Bier an den vorherigen Tagen bei -12° AuĂźentemperatur geschlabbert hätte, anstatt bei 0°, am Ende sage ich mir: „Who cares?“. Die Wärme oder Hitze hinterlässt jedoch kein Brennen oder Biss. Ja, man bekommt den Alkohol im Convex Refraction mit, aber es stört zu keiner Sekunde, sondern baut sich sehr schön ins Gesamtbild ein.

Ein Sipper ist es allemal und wie fĂĽr den Winter geschaffen.

Untypisch für mich bei einem Doppelbock ist dieser fruchtige Geschmack, weshalb ich immer wieder auf ein RIS tippen würde, wenn man es mir blind vor die Nase setzen würde. Und ja, es sind getrocknete dunkle Früchte vorhanden a la Rosine, Pflaume und Feige. Vielleicht assoziiert man mit den Früchten, dadurch automatisch diese leichte Säure.

Zur Säure kommt dann Salz und zum Salz taucht Lakritz auf. Für ein Doppelbock oder Lager ist das ordentlich was die Komplexität angeht.

Zum Ende hin wird es trocken, da passt der Begriff halbtrocken wohl wie die Faust aufs Auge. Der Nachgeschmack hält sich lange, was ich so von einem Bock nicht kenne.

Das Zusammenspiel aus Holzfass / Bourbon, Süße, Frucht, smoothness, Alkohol und Malz ist in Perfektion gebracht oder fast? Auf jeden Fall ist es nah dran. Die Punkte auf untappd bestätigen meinen Eindruck.

Nun muss ich zum größten Manko kommen und das ist der Preis. Dieser liegt bei rund 19,95 Euro und das sind eine Menge Penunzen. Gut, es geht zu einem Zwischenhändler und dann wohl erst zum Verkäufer und jeder möchte seinen Anteil verdienen. In den Staaten liegt die Flasche glaube ich bei 10-13 $ und das wäre für mich vollkommen okay. Bei fast 20 Euro fällt es mir dann schwer, trotz des tollen Geschmacks noch so euphorisch zu bleiben, denn ich möchte davon noch eine Flasche haben, aber ~20 Euro gefallen mir keineswegs. Vielleicht, wenn man sie mal mit einem Rabatt oder im Angebot erwischt.

Vom geschmacklichen Erlebnis her ist es das meiner Meinung nach wert, meine magische Grenze liegt dennoch bei 15 Euro, die empfindlich ĂĽberschritten wird und 20 Euro oder 19,95 Euro tun im Geldbeutel einfach weh. Ein tolles und spannendes Bier bleibt es jedoch.

Beer Of The Week: (Rise Shine No.29 vs Convex)

Beide Biere sind sehr gelungen, aber hier komme ich nicht am Convex vorbei. Ein wahrlich überraschendes und überzeugendes Bier, welches genügend Alleinstellungsmerkmal vorweist. Dieser Punkt gilt für beide Biere, einzig am Preis wird man sich stören, da 13 Euro Differenz sehr grenzwertig sind.

Beim P-L wĂĽrde ich wohl eher zum Rise & Shine No.29 (Jamaican Rum & Rye Bourbon) greifen. Spielt der Preis nur eine untergeordnete Rolle oder geht es um den reinen Geschmack, dann ist es das Convex.

ratebeer: – Punkte 4.12/5 Sterne
untappd: 4.34/5 Sterne

mein Score: 4.42


Hallo, wir sind

Die Crafter

Zwei Kollegen aus LĂĽbeck probieren sich durch verschiedenste Sorten Craft Beer und bewerten diese nachvollziehbar und ohne groĂźen Schnickschnack.
Ehrlich, echt, typisch norddeutsch.


Flaschenpreis: 19,95 €

Unsere Bewertung

  • Aroma:
  • Aussehen:
  • Geschmack:
  • Preis/Leistung:
  • Gesamt:

Ich wĂĽrde dieses Bier wieder kaufen: Ja


Empfiehl uns gerne weiter!

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