Störtebeker – Eis-Lager (Deutschland/Stralsund)

Störterbeker - Eis-Lager (Deutschland/Stralsund)

Störtebeker – Eis-Lager (Deutschland/Stralsund)

Unser lokaler real Supermarkt hat sein gesamtes Regal umgeräumt und daneben ein ganzes Board von Störtebeker spendiert bekommen. Mir ist sofort das Eis-Lager mit seinen 9.8% ins Auge gefallen und ich musste nicht lange zögern, um es mitzunehmen.

Zuhause angekommen, habe ich es direkt im Kühlschrank geparkt. Ganz unten im Gemüsefach, da hier bekanntlich die Temperaturen am niedrigsten sind.

Das Eis-Lager gehört bei Störtebeker zu Ihrer Premiumrange, welche sich optisch und auch in der Flaschengröße unterscheidet (gibt es nur 0,33l Flaschen+Fähnchen). Das Ausgangsbier ist bei all diesen Bieren ein Bier aus ihrer Standard/Corerange. Beim Eis-Lager ist es das Baltik-Lager.

Alle Premiumbiere werden mit dem Eisbockverfahren zu seinem Eisbock hergestellt.

Was ist Eisbock / wie erzeugt man das?

Es ist mehr oder weniger einreduziertes Bier, diesen Begriff kennt man auch aus dem Kochbereich. Das Bier wird hierbei in einem aufwändigen Verfahren im zweistelligen Minusbereich eingefroren, das gefrorene Wasser wird entfernt, man entzieht es dem Bier also, die Aromen des Bieres werden dabei konzentriert und der Alkoholgehalt geht nach oben. Obwohl man das Wasser entfernt, werden weder der Alkohol noch die Zutaten geringer.

Ein alte Legende besagt das 1890 ein Brauergeselle in Kulmbach, ein Fass Bockbier, im Winter, im Freien stehen ließ. In der Nacht gefror das Bier zum Teil, der Braumeister war darüber stinksauer und verdonnerte den Gesellen die Eisblöcke aufzuschlagen und den Inhalt zu trinken…Was soll man sagen? Zu ihrer Verwunderung schmeckte es ihnen ausgezeichnet…Das Eisbock wurde geboren! Noch eine letzte Info bevor es endlich mit dem Bier losgeht.

Das stärkste Bier der Welt kommt von Brewmeisters und trägt den Titel Snake-Venom, welches mit 67,5% Alkohol zuschlägt. Dieser hohe Wert wird nur durch das Verfahren erzielt. Höhere Vertreter in diesem Segment sind noch das Armageddon, ebenfalls von den Brewmeisters und die Biere von Schorschbräu. 

Nun zu den Fakten:

Infos:
Alkoholgehalt: 9.8%
IBU: –
Inhalt: 0,330l
Herkunft: Deutschland/Stralsund

Vorweg zum Design der Flasche: Mir gefällt es, wenn sich die Brauereien kleine Details einfallen lassen – so wie in diesem Falle das kleine, rote Fähnchen am Flaschenhals. Es fällt auf, unterscheidet sich zum Rest der anderen und bleibt mir in seiner Machart (insbesondere als Norddeutscher) im Kopf.

Beim Einfüllen ins Glas fällt mir als erstes die (für ein so kaltes Bier) gute Schaumbildung aus. Leider hält dieser Schaum nicht lange, was am Ende vermutlich dann doch der Temperatur geschuldet ist – wie gewonnen, so zerronnen 😭 Die Fabe des Bieres finde ich persönlich leider ebenfalls wenig ansprechend – insbesondere ohne den Schaum. Sie erinnert mich an schon älteres, schales Bier. Aber gut, wir wollen hier keine Farbdiskussion lostreten und höchstwahrscheinlich ist dies ohnehin den Inhaltsstoffen “geschuldet” 😊

Der Geruchstest zeigt bereits: Hier gibt’s wieder etwas süßes/obstliches. Mich erinnert er ebenfalls an eine gute Silvester-Bowle (was vermutlich auch dem Alkoholgehalt ähnelt) mit dem Cocktail-Obst aus der Dose und ich möchte den ersten Schluck nehmen.

Kurz noch eine Anmerkung: Ich habe das Bier bei ca. 4 Grad Außentemperatur und 6 Grad Flaschentemperatur getrunken. Vielleicht hätten den Aromen 2-3 Grad mehr gut getan, dazu aber gleich mehr.

Mit dem ersten Schluck merke ich: erschreckend wenig. Eigentlich gar nichts. Zumindest nichts von dem, was hinten auf der Rückseite der Flasche steht. Nach einem zweiten und dritten Schluck kommen dann allerdings doch die Karamell- und Honignoten hervor. Insbesondere nach ein paar weiteren Schlucken, dem Umspülen der Zunge mit der Flüssigkeit und dem Vergehen von ein paar Minuten habe ich einen Nachgeschmack, der mich an einen mir aus meiner Kindheit nur zu gut im Gedächtnis geblieben erinnert: Dem Geschmack der Honigbonbons vom Verkäufer vom Wochenmarkt. Wow, das kam unerwartet. Toll!

Die Fruchtnoten halten sich meiner Meinung nach jedoch sehr im Hintergrund. Ich kann nicht sagen, ob ich die Zitrusfrüchte oder Pfirsiche schmecken würde, wenn ich von ihnen nicht auf der Rückseite der Flasche gelesen hätte. Zustimmen würde ich dem aber schon. Auch bemerke ich eine leichte Bitterkeit, die aber bei weitem nicht vergleichbar mit derer eines IPAs ist. Grundsätzlich habe ich aber ein angenehmes Zungengefühl.

Nachdem ich 3/4 des Bieres getrunken habe, merke ich: Hui, die 9.8% sind nicht zu verachten, machen aber Spaß. Dennoch habe ich nicht das Verlangen, mir ein weiteres aus dem Kühlschrank zu holen. Gut Ding will Weile haben 😏 Um noch etwas länger vom Bier zu haben, stelle ich es für ein paar Minuten beiseite.

Inzwischen bin ich reingegangen und trinke die letzten Schlucke vor dem Fernseher auf der Couch. Und jetzt bemerke ich: Auch wenn es sich hierbei um ein Eis-Lager handelt, sollte man es nicht zu kalt trinken. Es gefällt mir jetzt sogar noch besser und ich weiß, was ich beim nächsten Mal anders mache.

Dieses Mal ist der Text zu einem besonders langen tl;dr geworden, wir hoffen es hat euch trotzdem Spaß gebracht und danken Euch für die Aufmerksamkeit.

Bewertung auf
ratebeer 77 Punkte 3.41/5 Sterne
untappd 3.48 Sterne

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Hallo, wir sind

Die Crafter

Zwei Kollegen aus Lübeck probieren sich durch verschiedenste Sorten Craft Beer und bewerten diese nachvollziehbar und ohne großen Schnickschnack.
Ehrlich, echt, typisch norddeutsch.


Flaschenpreis: 2,69 €

Unsere Bewertung

  • Aroma:
  • Aussehen:
  • Geschmack:
  • Preis/Leistung:
  • Gesamt:

Ich würde dieses Bier wieder kaufen: Ja

Begründung:

Es reicht zwar ein Bier aus, um die 9.8% zu bemerken, aber es ist echt ein starkes Bier.


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